Am Breitenauer Kirchturm ist von den vier jungen Störchen, die Johann Haslinger am 18. Mai noch im Nest gesehen hatte, nur noch ein Jungtier übrig. Wenige Tage nach seiner Meldung verschwanden drei Küken aus dem Nest, das von Storchenfreunden per Webcam beobachtet wird.
Haslinger vermutet einen Zusammenhang mit der Trockenheit und dem damit verbundenen knapperen Nahrungsangebot. Er sagte: „Ich vermute, es hängt mit der Trockenheit und dem damit verbundenen, knapperen Nahrungsangebot zusammen.“
Die Entwicklung sorgt deshalb für Aufmerksamkeit, weil die Webcam-Beobachter den Verlauf des Nestlebens fast in Echtzeit mitverfolgen konnten. Für viele Storchenfreunde war zunächst die Nachricht vom 18. Mai erfreulich, als Haslinger vier junge Störche meldete. Die Hoffnung auf eine stabile Brut am Breitenauer Kirchturm kippte jedoch rasch, als nur noch ein Babystorch im Nest blieb.
Der verbliebene Jungvogel ist zudem der kleinste der vier, die Haslinger zuvor gezählt hatte. „Der Kleinste braucht am wenigsten Futter“, sagte er. Damit wird aus seiner Sicht ausgerechnet das schwächste Küken zum Überlebenden der Gruppe.
Die Ursache ist damit aber nicht geklärt. Trockenheit und geringere Nahrung werden als naheliegende Erklärung genannt, nicht als bestätigter Grund. Genau darin liegt die offene Stelle der Geschichte: Was die Webcam zeigt, lässt sich beobachten, doch was im Nest tatsächlich geschah, bleibt ohne weitere Untersuchung unbewiesen.
Für die Region ist der Fall auch deshalb bemerkenswert, weil ähnliche Nachrichten über Störche immer wieder große Aufmerksamkeit auslösen. Erst kürzlich berichtete ein anderes Nest in Wetter Bochum über vier Weißstorchküken im Storcherlebnispark Wattenscheid, ein weiteres Zeichen dafür, wie genau solche Brutverläufe verfolgt werden.
Am Breitenauer Kirchturm bleibt nun vor allem die Frage, ob das einzelne Küken die Phase mit dem knappen Futter übersteht. Die Webcam wird weiter zeigen, was von der Brut am Ende bleibt.
