St. Veit an der Gölsen will private Poolfüllungen künftig besser koordinieren, weil Trockenheit, sinkende Grundwasserstände und ein stark gestiegener Wasserverbrauch das Netz der Gemeinde an seine Grenzen bringen. Zuletzt verbrauchte die Marktgemeinde zeitweise mehr als 900.000 Liter Trinkwasser pro Tag, normalerweise sind es rund 470.000 Liter.
Wassermeister Karl Kendler sagte, grundsätzlich sei ausreichend Wasser vorhanden. Das Problem entstehe in Spitzenzeiten, wenn das Wasser nicht mehr in ausreichender Menge durch das Netz transportiert werden könne. Die Gemeinde versorgt rund 3.900 Einwohnerinnen und Einwohner mit Wasser, ein großer Teil davon kommt aus der Brunnenanlage Wiesenbach. Vor allem im Frühjahr und Frühsommer trugen Poolfüllungen zu den jüngsten Spitzen bei.
Ein einzelner Pool kann je nach Größe 15.000 bis 50.000 Liter Trinkwasser brauchen. Wenn viele Becken gleichzeitig befüllt werden, arbeiten Pumpwerk und Drucksteigerungen auf Hochtouren, sagte Wassermeister Martin Angelmaier. In höher gelegenen Ortsteilen könne es dann zu Problemen mit der Versorgung kommen. Gleichzeitig müsse die Löschwasserversorgung über Hydranten im Ernstfall gesichert bleiben. Die Gemeinde will deshalb Poolfüllungen künftig zeitlich und nach Gebieten koordinieren. Bestimmte Ortsteile oder Katastralgemeinden sollen zu unterschiedlichen Zeiten ihre Pools füllen. Poolbesitzerinnen und -besitzer werden gebeten, ihre Becken freiwillig bekanntzugeben, damit die Gemeinde mehr Planungssicherheit bekommt und das Wasserleitungsnetz entlastet wird.
Dass es nicht nur um private Bequemlichkeit geht, zeigt der Druck auf die Landwirtschaft. Auch Betriebe außerhalb des öffentlichen Versorgungsbereichs oder mit eigenen Brunnen sind betroffen, wenn der Wasserstand sinkt. Dann müssen Gemeinde und Feuerwehr unterstützen. Gerhard Zöchling betreibt in Schwarzenbach bei St. Veit an der Gölsen einen Milchviehbetrieb und braucht täglich große Mengen Wasser für seine Tiere und die Milchproduktion. In seinem Betrieb geht es um rund 14.000 Liter Wasser am Tag. Heuer musste er von Ende Dezember bis Mitte Februar täglich Wasser zuführen, mehr als 4.000 Liter pro Tag. Er sagte: „Das Vieh braucht Wasser zum Trinken“ und: „Wenn ich da einmal auf Null bin, ist das eine Katastrophe.“
Die Regelung für Poolfüllungen ist damit mehr als ein Verwaltungsschritt. Sie ist der Versuch, in einer Phase knapperer Reserven die Versorgung für Haushalte, Landwirtschaft und Einsatzkräfte zugleich stabil zu halten. Ob die freiwillige Anmeldung der Poolbesitzer reicht, wird sich an den nächsten heißen Tagen zeigen.
