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Tectónica unter dem Meer: Forscher sehen Rissbildung an Juan-de-Fuca-Platte

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Ein Team von Wissenschaftlern hat erstmals beobachtet, wie eine tektonische Platte im Pazifik langsam unter dem Meer zu zerbrechen beginnt. Die Messungen zeigen, dass sich die Juan-de-Fuca-Platte vor Vancouver Island nicht gleichmäßig in den Untergrund schiebt, sondern in aufeinanderfolgenden Brüchen auseinanderreißt.

Geleitet wurde die Arbeit von der . Mit Unterwassersensoren und hochpräzisen Schallwellen verfolgten die Forscher vertikale Risse, die sich bis zu fünf Kilometer tief in den Ozeanboden ziehen. In einigen Zonen fanden sie seit Längerem keine seismische Aktivität mehr, was darauf hindeutet, dass sich Teile der Platte bereits vollständig getrennt haben.

Für die Region ist das mehr als ein geologisches Detail. Die Forschung betrifft Cascadia, den Bereich zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten, der als eine der weltweit riskantesten Zonen für Erdbeben und Tsunamis gilt. Dass die Fragmentierung der Platte nun direkt sichtbar geworden ist, könnte erklären helfen, wie sich dort Spannungen über lange Zeit aufbauen und dann plötzlich entladen.

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Die Juan-de-Fuca-Platte liegt vor Vancouver Island und gehört zu dem tektonischen System, das Cascadia prägt. Entscheidend ist, dass die Wissenschaftler Subduktion dort nicht als durchgehenden, gleichmäßigen Prozess beschreiben, sondern als Folge einzelner Brüche, die sich nacheinander fortpflanzen. Die Beobachtung ist damit kein abgeschlossener Befund über das Ende der Platte, sondern ein neu registrierter Prozess, der sich unter dem Meeresboden abspielt.

Die Untersuchung fand noch einen weiteren Hinweis auf die Dynamik in der Tiefe: Durch Risse in der Kruste stieg Material aus dem Erdmantel auf und löste vorübergehende vulkanische Episoden aus. Für die Fachleute ist das ein Zeichen dafür, dass die Platte nicht nur zerfällt, sondern dass sich dabei auch Wege für heißes Material aus dem Inneren der Erde öffnen.

Genau dort liegt nun die offene Frage. Das Team will klären, wie sich die zunehmende Fragmentierung auf künftige seismische Aktivität in Cascadia auswirken könnte. Weil die Region ohnehin zu den gefährlichsten Erdbebengebieten der Erde zählt, geht es nicht um akademische Feinheiten, sondern um die Frage, ob und wie sich das Risiko in einer Zone verändert, in der eine große tektonische Platte gerade in einzelne Teile auseinanderbricht.

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