Die Abgeordneten des Partido de la Gente wollen in der Cámara eine Comisión Especial Investigadora beantragen, nachdem ein mutmaßlicher Betrug bei Junaeb über mehr als 14 Milliarden Peso bekannt geworden ist. Im Zentrum steht der Verdacht, dass in O’Higgins Essensrationen für verletzliche Schüler nie ausgeliefert wurden, obwohl sie abgerechnet worden sein sollen.
Auslöser war ein Bericht von T13, der eine interne Untersuchung der Behörde offengelegt hatte. Danach wurden bei der Verteilung von Schul-„onces“ gravierende Anomalien festgestellt, und Tausende Rationen sollen zwar verrechnet, aber nie an die Schüler verteilt worden sein. Der Fall liegt bereits beim Ministerio Público, der Contraloría General de la República und dem Consejo de Defensa del Estado.
Fabián Ossandón sagte, man werde nicht hinnehmen, dass „miles de millones de pesos públicos disappearen en raciones fantasmas“. Er fügte hinzu, die Kommission solle „con fuerza las responsabilidades políticas y administrativas“ hinter dem mutmaßlichen Betrug klären. Für die Fraktion ist der Fall nicht nur ein Verwaltungsproblem, sondern ein Test dafür, ob öffentliche Mittel in einem Programm für Kinder und Jugendliche tatsächlich dort ankommen, wo sie ankommen sollen.
Die Affäre betrifft Rationen für besonders gefährdete Schüler in der Region O’Higgins und damit ein Netz aus Lieferungen, Rechnungen und Kontrollen, das nach den vorliegenden Angaben auseinandergefallen ist. Dass zugleich bereits mehrere staatliche Stellen ermitteln, zeigt, wie ernst die Vorwürfe sind und wie weit die möglichen Folgen reichen könnten. Der Vorwurf lautet nicht auf einen Einzelfehler, sondern auf ein System, in dem Tausende Rationen abgerechnet wurden, ohne je verteilt worden zu sein.
Tamara Ramírez sagte, die Fraktion werde die Initiative parteiübergreifend vorantreiben, um die Junaeb-Führung sofort vor dem Kongress zu Erklärungen zu zwingen. Flor Contreras verlangte umgehende Prüfungen der laufenden regionalen Ausschreibungen und warnte, die in O’Higgins festgestellten Unregelmäßigkeiten könnten sich auch in anderen Teilen des Landes wiederholen. Patricio Briones erklärte, die Sammlung von Unterschriften für die Einsetzung der Kommission habe bereits begonnen und nannte den Fall ein deutliches Warnsignal für die Abgeordneten, die Regierungshandlungen kontrollieren müssten.
Ob der Antrag der PDG-Abgeordneten schnell genug Unterstützung findet, dürfte nun zur nächsten Messlatte werden. Denn je länger der Verdacht im Raum steht, dass öffentliche Mittel über Jahre in nicht ausgelieferte Rationen flossen, desto größer wird der Druck, die politische Verantwortung nicht erst am Ende der straf- und disziplinarischen Ermittlungen zu suchen.
