Der ranghohe Sprecher der iranischen Streitkräfte, Brigadegeneral Abolfazl Shekarchi, hat erklärt, Iran sei auf Krieg vorbereitet und habe im Fall einer erneuten Aggression der USA oder des israelischen Regimes bereits Ziele für einen Gegenschlag identifiziert.
In dem Interview sagte Shekarchi, die Reaktion auf einen neuen Angriff werde sich von früheren Konfrontationen unterscheiden. „Iran is prepared for war“, sagte er und fügte hinzu, die Feinde würden „the enemies would certainly face surprises and new tactics“. Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen in der Region erneut hoch sind und neue Drohungen auf beiden Seiten die Lage zusätzlich aufladen.
Das Gewicht seiner Botschaft lag nicht nur in der Härte der Worte, sondern in der konkreten Warnung vor dem, was im nächsten Schritt folgen könnte. Shekarchi sagte, sollte die Region in eine weitere Kriegsrunde eintreten, würden Irans Angriffe über die Grenzen der Region hinaus reichen und deutlich schwerer, heftiger, gewalttätiger und stärker ausfallen als in den „previous two wars“. Damit stellte er eine Eskalation in Aussicht, die weit über einen begrenzten Schlagabtausch hinausgeht.
Er verband diese Drohung direkt mit dem Ölverkehr und der Straße von Hormus. Sollte der US-israelische Krieg der Aggression wieder aufflammen und Irans Exporte blockiert werden, sagte Shekarchi, werde die Islamische Republik verhindern, dass Öl die Region verlässt. Iran werde die Straße von Hormus dann fest und entschlossen kontrollieren, um Sicherheit zu gewährleisten und den internationalen Handel sowie die Weltwirtschaft zu schützen.
Der Kontext dieser Worte ist klar: Teheran stellt seine Warnung als Antwort auf mögliche neue Aggressionen dar und knüpft sie an die strategisch wichtigste Schifffahrtsroute des Nahen Ostens. Die Verbindung von Militärdrohung, Öltransporten und der Straße von Hormus macht aus der Aussage mehr als nur ein übliches Säbelrasseln. Sie zielt auf den Punkt, an dem regionale Gewalt sofort globale Folgen haben kann.
Gleichzeitig bleibt ein Widerspruch stehen, der die Lage weniger berechenbar macht. Shekarchi spricht von Schutz für den internationalen Handel und die Weltwirtschaft, droht aber im selben Atemzug damit, den Ölfluss aus der Region zu stoppen, falls Irans Exporte blockiert werden. Genau diese doppelte Botschaft zeigt, wie eng Abschreckung und Eskalation in den iranischen Warnungen inzwischen zusammenlaufen.
Für den Moment ist die Linie aus Teheran damit gesetzt: Iran will sich nicht auf frühere Muster beschränken, sondern signalisiert eine härtere Antwort, falls es zu einem neuen Krieg kommt. Ob die Drohung vor allem der Abschreckung dient oder bereits die Schwelle für eine reale Konfrontation senkt, wird davon abhängen, wie Washington und Israel auf die jüngsten Signale reagieren.

