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Ferrari Aktie im Fokus: Erstes E-Modell Luce markiert Wendepunkt

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hat am Montag in Rom sein erstes vollelektrisches Auto vorgestellt. Der Wagen heißt Luce und soll für die Marke aus Maranello ein neues Kapitel aufschlagen.

Die technische Botschaft ist dabei so deutlich wie die politische: Der Luce kommt mit vier Elektromotoren auf einer eigens entwickelten Plattform, wiegt 2260 Kilogramm und soll in 2,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Ferrari beziffert die Leistung mit 772 kW oder 1050 PS, 0 auf 200 km/h schafft der Wagen in 6,8 Sekunden, mehr als 310 km/h Spitze sind angekündigt. Dazu nennt der Hersteller eine Reichweite von 530 Kilometern und eine 122-kWh-Batterie. Für die Ferrari Aktie ist das mehr als eine weitere Modellankündigung. Der Konzern versucht, einen der größten kulturellen Brüche seiner Geschichte als Fortsetzung seiner Kernidentität zu verkaufen: Leistung, Dynamik und Kontrolle.

Der Luce trägt genau diese Handschrift auch bei der Fahrwerksarchitektur. Ferrari setzt auf eine aktive Federung, die vom F80 abgeleitet ist, sowie auf eine unabhängige Hinterachslenkung. Das Auto soll damit nicht nur schnell sein, sondern auch das direkte, mechanische Gefühl liefern, das Kunden von der Marke erwarten. Preis und Marktstart ließ Ferrari offen. Einen Verkaufstermin für die ersten Fahrzeuge nannte der Hersteller ebenfalls nicht.

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Besonders heikel ist für Ferrari der Umgang mit dem Sound. Die Marke sagt, der Klang des Luce müsse authentisch und funktional sein, von der Mechanik des Fahrzeugs erzeugt und als Abrundung des Fahrerlebnisses gedacht. Ferrari hat dafür ein patentiertes System entwickelt, das Signale filtert, ausgleicht und verstärkt, ähnlich wie bei einer E-Gitarre. Die Lautstärke hängt von der Stellung des e-Manettino und der Nutzung der Schaltpaddles ab. Der Klang wird sowohl über ein externes Verstärkungssystem als auch über ein internes System abgegeben. Das ist kein Nebensatz, sondern ein Kern des Projekts: Ferrari will den Elektroantrieb nicht als Verzicht erzählen, sondern als anderes Mittel, das gleiche Gefühl zu liefern.

Genau darin liegt der größere Kontext. Ein vollelektrischer Ferrari galt lange als Tabubruch für die Marke, und auch andere Sportwagenhersteller ringen damit, den Wechsel zum Strom glaubwürdig zu vermarkten. Ferrari antwortet darauf nicht mit Distanz zur eigenen Vergangenheit, sondern mit Inszenierung von Mechanik, Rückmeldung und Fahrgefühl. Dass die Designentwicklung an in Kalifornien ging, geführt von und , unterstreicht den Anspruch, Technik und Gestaltung als gemeinsames Statement zu verkaufen. Für Anleger bleibt damit die Frage weniger, ob Ferrari elektrisch kann. Entscheidend ist, ob die Marke ihr Prestige in eine neue Antriebswelt hinüberretten kann, ohne den Kern des Geschäfts zu beschädigen.

Ferrari selbst gibt sich sicher, dass der Luce genau dafür steht. Ob der Markt das ebenso sieht, wird sich erst zeigen, wenn Preis und Starttermin feststehen und der Wagen tatsächlich bei Kunden ankommt.

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