Ferrari hat in Rom mit dem Luce sein erstes vollelektrisches Fahrzeug enthüllt. Vor der Kulisse der Vela di Calatrava zeigte die Marke ein Modell, das zugleich einen Bruch und eine Fortsetzung ihrer Geschichte markiert: zum ersten Mal gibt es bei Ferrari vier Türen und fünf Sitze.
John Elkann stellte die Präsentation als mehr als einen Modellstart dar. Es gehe nicht nur um ein neues Auto, sondern um ein Kapitel, das Ferraris Anspruch auf Zukunft mit der eigenen Tradition verbinde. Der Chef des Unternehmens machte zugleich klar, dass dieser Schritt ohne neue Partnerschaften nicht möglich gewesen wäre. Deshalb arbeitete Ferrari für den Luce mit LoveFrom zusammen, dem Designstudio von Sir Jony Ive und Marc Newson. Ferrari-Designchef Flavio Manzoni entwickelte mit dem Team eine neue Formensprache, die sich deutlich von der bisherigen internen Herangehensweise des Hauses absetzt.
Die Technik des Luce ist auf Wirkung und Eigenständigkeit ausgelegt. Ferrari und LoveFrom arbeiteten mit Corning daran, besondere Glaselemente für den Innenraum zu entwickeln. Die Front- und Heckleuchten sind transparent und liegen bündig in den Hauptflächen. Die hinteren Halo-Leuchten verweisen dezent auf den 360 Modena und den 458 Italia. Dazu kommen die größten versetzt angeordneten Räder, die je an einem Serien-Ferrari verbaut wurden: 23 Zoll vorn, 24 Zoll hinten.
Im Innenraum setzt Ferrari auf 100 Prozent recyceltes, eloxiertes Aluminium, Corning Gorilla Glass und hochwertiges italienisches Leder. Auch die Lenkeinheit folgt dieser Linie. Sie ist aus recyceltem Aluminium gefräst und verbindet mechanische Drehregler mit magnetischen Schaltpaddeln für das Drehmoment. Elkann sagte, der Fortschritt bei der Produktinnovation sei nur durch Fortschritt im Prozess möglich gewesen, weshalb Ferrari neue Kooperationen wie jene mit LoveFrom gewählt habe. Zugleich habe die Ingenieursarbeit stets dem Fahrgefühl dienen müssen, ohne Kompromisse.
Der Ort der Vorstellung war kein Zufall. Elkann verwies auf Rom als symbolischen Ort des ersten Ferrari-Sieges und sprach von einem Startpunkt für eine Marke, die das Licht auf die Zukunft richte und neue Horizonte öffne. Damit ist der Luce mehr als Ferraris erster Stromer. Er ist auch ein Signal, dass die Marke ihren elektrischen Einstieg nicht als Anpassung verkauft, sondern als Neudefinition ihrer Handschrift. Wer den Wandel der Marke verfolgen will, findet die Entwicklung bereits in der Ankündigung des Ferrari Luce set to debut as brand makes its electric leap und in den jüngsten Rennsport-Auftritten von Lewis Hamilton, zuletzt mit dem Podium in Kanada und dem fünften Platz in Montréal nach einer Bestzeit im Ferrari.
