Über Piesendorf im Pinzgau ist es am Samstag zu einer Kollision zwischen einem Paragleiter und einem einmotorigen Kleinflugzeug gekommen. Eine 44-jährige Paragleiterin aus Oberösterreich prallte gegen 13.15 Uhr in der Luft mit der Maschine zusammen, während sie über der Pinzgauer Hütte unterwegs war.
Die Frau hatte mit ihrem Gleitschirm von der Schmittenhöhe in Zell am See gestartet. Der 28-jährige Tiroler am Steuer des Kleinflugzeugs war laut seinen Angaben auf einem Alpenrundflug und gerade vom Glemmtal in Richtung Zell am See gedreht, als er den Zusammenstoß nicht mehr rechtzeitig verhindern konnte. Der Propeller des Flugzeugs riss dabei die Schirmkappe des Paragleiters auseinander. Die Paragleiterin aktivierte ihren Rettungsschirm und landete auf einer nahe gelegenen Forststraße. Danach wurde sie vom Team des Polizeihubschraubers Libelle Oskar und Polizeipiloten Christian Graf zum Flughafen Zell am See geflogen. Auch der Cessna-Pilot landete sicher.
Die Frau veröffentlichte am Sonntag ein Video der Kollision auf ihrem Instagram-Kanal. In dem Clip schrieb sie auf Deutsch: „I leb no.“ Ein weiterer Text im Beitrag lautete: „Happy 2. Birthday to me.“ Für die Ermittler ist das Video ein weiterer Anhaltspunkt in einem Fall, der am Tag nach dem Unfall weiter Fragen offenließ.
Nach Angaben der Alpinpolizei vom Sonntagnachmittag wirkte die Paragleiterin nur leicht verletzt und suchte die medizinische Behandlung selbst auf. Außerdem stellten die Ermittler klar, dass sie zum Zeitpunkt des Unfalls keine Flugfigur flog, sondern geradeaus unterwegs war, als das Flugzeug von hinten kam und in den Gleitschirm flog. Gleitschirmreste und Leinen verfingen sich an der Maschine.
Die Ursache des Flugunfalls blieb zunächst unklar. Christoph Lindenthaler verwies auf die grundsätzliche Regel im Luftraum, wonach motorisierte Luftfahrzeuge unmotorisierten auszuweichen haben. Florian Schett sagte zugleich, der Raum rund um Zell am See sei komplett frei und weder gesperrt noch freigabepflichtig. Genau deshalb richtet sich der Blick nun auf die Frage, warum der 28-Jährige den Paragleiter überhaupt traf. Die Ermittlungen dauern an.
