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Pfingsten Bedeutung: Warum Christen 50 Tage nach Ostern feiern

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Christen feiern 50 Tage nach Ostern, und für viele bleibt das Fest eines der rätselhaftesten im Kirchenjahr. Doch die Pfingsten Bedeutung ist klar: Es geht um den Moment, in dem nach biblischer Überlieferung der Heilige Geist auf die Jünger Jesu herabkam und damit aus einer verängstigten Gruppe eine Gemeinschaft mit neuer Stimme machte.

In der Apostelgeschichte wird diese Szene mit Bildern beschrieben, die bis heute im christlichen Gedächtnis geblieben sind: als Brausen, als heftiger Sturm, als Zungen wie von Feuer, die sich auf die versammelten Jünger niedergelassen haben sollen. Danach predigten sie demnach in fremden Sprachen, und die Umstehenden sollen sie in ihrer eigenen Sprache gehört und verstanden haben. In der Theologie gilt diese Pfingstszene als Geburtsstunde der Kirche.

Der Name Pfingsten leitet sich vom griechischen Ausdruck „pentecoste haemera“ ab, das „der 50. Tag“ bedeutet. Gemeint ist der 50. Tag der Osterzeit, und mit Pfingsten endet diese Zeit offiziell. Das Fest steht damit nicht einfach am Rand des Kirchenjahres, sondern an seinem Übergang: von der Osterfreude hin zu einer Kirche, die nach biblischem Verständnis ihren Auftrag erst durch den Geist erhält.

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Wie schwer sich dieses Geschehen erklären lässt, beschreibt vom , die im Bereich Kinderpastoral arbeitet und Ehrenamtliche im Gestalten von Kindergottesdiensten schult. „Gott ist in den biblischen Geschichten sehr präsent, Jesus noch viel mehr“, sagt sie über den Zugang, der Kindern oft leichter falle als Erwachsenen. Den Heiligen Geist finde sie „nicht ganz einfach zu erklären“; am besten gelinge ihr die Erzählung über einen Vorher-nachher-Effekt. Vorher seien die Jünger bedrückt, zurückgezogen und unsicher gewesen. Nachher, sagt Bürker, reißten sie alle Türen auf und redeten von dem, was sie erlebt hatten: „Und dann nachher dieses: Wir reißen alle Türen auf, wir reden von dem, was wir erzählt haben, diese Kraft der Begeisterung“.

Genau darin liegt der Kern von Pfingsten: nicht in einem abstrakten Lehrsatz, sondern in einer Veränderung, die sichtbar wird. Bürker beschreibt auch, dass Erwachsene solche Be-geisterungserlebnisse kennen. „Momente im Leben, wo man sagt, ich kann’s mir nicht beschreiben, aber da hab ich gespürt, dass mir Gott nah ist und dass sich plötzlich wieder etwas bewegt in meinem Leben und es weitergeht“, sagt sie. Das ist die Brücke zwischen der alten Erzählung und der Gegenwart: Pfingsten meint eine Kraft, die Menschen aus der Starre holt.

Die Bilder, mit denen Christen den Heiligen Geist darstellen, haben sich aus dieser Spannung entwickelt. In der Kunst steht oft die Flamme für den Geist, eine Taube verkörpert ihn in einer weiteren biblischen Schlüsselszene bei der , und an anderen Stellen der Bibel wird er als Windhauch beschrieben. In manchen Gegenden Deutschlands werden Pfingstfeuer entfacht, in Kirchen wird symbolisch eine hölzerne Taube von der Decke herabgelassen. Der Pfingstochse, der gelegentlich mit dem Fest verbunden wird, ist dagegen nicht biblisch begründet.

Dass der Feiertag bis heute als schwer greifbar gilt, ist kein Zufall. Pfingsten erzählt nicht von einem sichtbaren Wunder allein, sondern von einem Aufbruch, der sich erst im Reden, Hören und Verstehen zeigt. Genau deshalb bleibt die Pfingsten Bedeutung auch heute dieselbe: Christen feiern nicht nur einen alten Bericht, sondern den Beginn von Gemeinschaft, Sprache und Bewegung aus dem Geist heraus.

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