Alexander Wehrle sieht den DFB-Pokal-Endspielsamstag in Berlin als außergewöhnlichen Moment für den VfB Stuttgart. Das Finale gegen Bayern München am Samstag um 20.00 Uhr sei für den Club auch im zweiten Jahr in Folge „immer etwas ganz Besonderes“, sagte der VfB-Vorstandschef.
Wehrle verwies darauf, dass Stuttgart in der Vereinsgeschichte noch nie zweimal hintereinander im Pokalfinale gestanden habe. Gerade deshalb bekomme die Partie gegen den deutschen Meister eine noch größere Dimension. Der VfB könne gegen die Münchner zwar nicht als „der absolute Favorit“ antreten, doch Sebastian Hoeneß werde die Mannschaft so einstellen, „dass wir am Ende eine Chance haben werden, die Bayern zu schlagen“.
Für Stuttgart ist es das zweite Pokalfinale in Serie. Schon 2024 führte Hoeneß den Club zum Pokalsieg, in dieser Saison schloss der VfB auf Platz vier ab und sicherte sich damit die Qualifikation für die Champions League. Wehrle sprach deshalb von einer „sehr guten Saison“, aus der man mit Freude und Selbstvertrauen ins Endspiel gehen könne. Für ihn gilt an diesem Samstag vor allem eines: Stuttgart könne „nur gewinnen“.
Der Kontext der Partie reicht jedoch über einen einzigen Abend hinaus. Während Bayern als deutscher Meister in Berlin antritt, steht bei Stuttgart auch die Frage nach der Zukunft des Trainers im Raum. Uli Hoeneß hatte Sebastian Hoeneß zuletzt als möglichen künftigen Bayern-Coach ins Spiel gebracht, und Wehrle machte keinen Hehl daraus, wie wichtig der 42-Jährige für die Entwicklung des Clubs geworden ist.
Hoeneß habe einen „außergewöhnlichen Anteil“ an der positiven Entwicklung in den vergangenen Jahren, sagte Wehrle. Deshalb wolle der VfB „möglichst lange“ mit ihm zusammenarbeiten. Der Trainer sei in der Lage, „jeden europäischen Topklub zu trainieren“, gleichzeitig wisse er, „was er hier hat“ – und der Club wisse, „was wir an ihm haben“. Hoeneß sei noch jung und habe „sicher noch eine große Zukunft vor sich“.
Für Stuttgart ist das Finale damit mehr als ein Titelspiel. Es ist die Fortsetzung einer bemerkenswerten Entwicklung, die mit einem Pokalsieg begann, mit Platz vier und der Champions-League-Qualifikation in dieser Saison bestätigt wurde und nun in Berlin die nächste Bewährungsprobe bekommt. Wehrles Zuversicht ist dabei klar: Der VfB reist nicht als Außenseiter ohne Aussicht an, sondern als Club, der gelernt hat, an solchen Tagen über sich hinauszuwachsen.

