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Norisbank unter Druck: Chase startet mit Tagesgeld in Deutschland

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ist am Mittwoch mit seinem Privatkundengeschäft in Deutschland gestartet. Der US-Konzern bietet zunächst ein Tagesgeldkonto mit 4 Prozent Zinsen für vier Monate an und will damit im deutschen Markt Fuß fassen.

Nach der Einführungsphase sinkt der Zinssatz für bestehende Kunden auf 2 Prozent. Weitere Angebote sollen bis zum Ende von 2028 Schritt für Schritt in die App kommen, darunter Girokonten, Brokerage und Kredite. Chase hat seine deutsche Präsenz in den alten Springer-Passagen an der Markgrafenstraße in Berlin aufgebaut, nahe Checkpoint Charlie. Dort stehen mehr als 400 Arbeitsplätze bereit, die Konferenzräume tragen Namen Berliner Bezirke.

, der das Geschäft mitverantwortet, sagte, Chase verbinde das, was Kunden von einer Digitalbank erwarteten, mit der Vertrauenswürdigkeit großer Banken. Zugleich konkurriere das Institut auf der Produktseite am ehesten mit Neobanken. Es sei digital, arbeite mit schlanken Strukturen und biete Wettbewerbsfähigkeit sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Hinter Chase stehe aber auch eine traditionelle Bank, und zwar eine der größten der Welt, sagte er. Das schaffe Vertrauen.

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Genau diese Mischung hat in der Branche Aufmerksamkeit ausgelöst. Viele Banker hatten den Markteintritt befürchtet, weil die weltweit größte Bank in Deutschland ein digitales Produkt an den Start bringt. Zunächst zielt Chase auf digital affine Menschen, die bereits über etwas Vermögen verfügen. Damit trifft der Anbieter auf einen Markt, in dem und seit Jahren den Takt vorgeben und in dem Kunden oft zwischen digitalem Komfort und dem Sicherheitsgefühl einer vertrauten Hausbank abwägen.

Llano Manibardo betonte zugleich, dass Geld ein sensibles Thema sei und Kunden trotz aller Vorteile der Künstlichen Intelligenz immer auch mit einem Menschen sprechen können müssten. Das ist mehr als ein Servicehinweis. Es zeigt, dass Chase in Deutschland nicht nur gegen Preise und Apps antritt, sondern auch gegen ein tief verankertes Bedürfnis nach persönlicher Erreichbarkeit. Ob die Mischung aus starker Marke, digitaler Oberfläche und persönlichem Kontakt reicht, wird sich nicht erst 2028 entscheiden, sondern in den ersten Monaten nach dem Start.

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