SpaceX hat Pläne für einen Börsengang in den USA offengelegt, der schon nächsten Monat unter dem Tickersymbol SPCX starten könnte. Das Unternehmen bewertet sich dabei mit 1,25 Billionen Dollar.
Für Elon Musk wäre das mehr als ein weiterer Meilenstein. Wegen seiner Mehrheitsbeteiligung an SpaceX könnte sein Anteil mehr als 600 Milliarden Dollar wert sein, und der Schritt könnte ihn zum Trillionär machen. Die Offenlegung gibt zugleich erstmals seit Langem einen konkreten Blick auf die Finanzen des Unternehmens, das Raketen baut, den Satelliteninternetdienst Starlink betreibt und auch Musk ist dieses unruhige Mischmasch an Firmen zu eigen, zu dem seit 2022 auch X gehört.
Die Zahlen zeigen ein Geschäft, das zugleich wächst und hohe Verluste schreibt. SpaceX setzte im vergangenen Jahr 18,6 Milliarden Dollar um, machte aber einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. In den ersten drei Monaten dieses Jahres kamen 4,7 Milliarden Dollar Umsatz zusammen, bei einem Nettoverlust von 4,3 Milliarden Dollar. Das Unternehmen verfügte über 102 Milliarden Dollar an Vermögenswerten und trug 60,5 Milliarden Dollar Schulden.
Ruth Foxe-Blader nannte den Schritt „extremely exciting“ und sagte, es sei für ein Projekt wie dieses nicht schockierend, selbst beim Gang an die Börse verlustreich zu sein. Sie beschrieb SpaceX als „absolutely sprawling, enormous project“ mit vielen Verkaufspunkten und ebenso vielen Punkten, die in die Zukunft weisen. Genau diese Mischung aus Größe, Verlusten und Zukunftsversprechen dürfte die Story für Investoren ausmachen.
Gleichzeitig steht das Unternehmen vor Belastungen, die in der Bewertung nicht verschwinden. SpaceX wies mehr als eine halbe Milliarde Dollar an erwarteten Rechtskosten aus, die aus einer langen Liste von Klagen stammen. Ein Teil dieser Fälle dreht sich um Vorwürfe, Grok werde genutzt, um sexualisierte Deepfakes realer Frauen und Mädchen zu erzeugen. Das macht den Börsengang nicht nur zu einer Wette auf Wachstum, sondern auch auf die Fähigkeit, rechtliche und regulatorische Risiken zu begrenzen.
SpaceX, ausgeschrieben Space Exploration Technologies, kommt mit dem IPO-Vorstoß zu einem Zeitpunkt an den Markt, an dem Musk seine Firmen noch enger um seine eigene AI-Agenda zieht. Er sagte, er wolle xAI auflösen und seine KI-Ambitionen unter SpaceX verfolgen. Das ist bemerkenswert, weil das Unternehmen damit noch stärker als schon bisher als Sammelbecken für Raumfahrt, Internet, soziale Medien und KI erscheint.
Die Unterlagen liefern deshalb nicht nur den lang erwarteten Blick auf die Bücher von SpaceX, sondern auch auf Musks Einfluss innerhalb seines Firmengeflechts. Er kaufte X, die früher als Twitter bekannte Plattform, im Jahr 2022. Im vergangenen Jahr wurde er der erste Mensch, dessen Vermögen 500 Milliarden Dollar überstieg. Ein erfolgreicher Börsengang von SpaceX würde diese Geschichte nicht nur fortschreiben, sondern auf eine neue Ebene heben.
Wie teuer Anleger am Ende den Zugang zu diesem Paket aus Raumfahrt, Starlink und Musks weiteren Vermögenswerten bezahlen, wird jetzt zur zentralen Frage. Klar ist nur: Mit dem Schritt an die Börse testet SpaceX nicht nur den Markt, sondern auch die Bereitschaft, Verluste, Schulden und Rechtsrisiken für das Versprechen einer dominierenden Zukunft zu schlucken.
Für den Markt ist das auch deshalb relevant, weil jüngst die Regeln für einen möglichen Weg an die Börse bei Space X-Aktien gelockert wurden; dazu mehr hier: Space X Aktie vor Börsengang: Nasdaq und MSCI lockern Regeln.

