Ragil hat an Tag zwei von Das perfekte Dinner in Bamberg die Gäste mit einem Menü aus Indonesien an den Tisch geholt. Der 34-Jährige servierte einen Auftakt, der sofort zeigte, worauf er hinauswollte: Seine Küche sollte anders schmecken als das, was die Runde erwartet hatte.
Als Vorspeise gab es Mie Pecel und Bakwan Medan, beim Hauptgang Nasi Kuning mit Ayam Gulai und Acar Timun Nanas, zum Dessert Bubur Kacang Hijau mit Ketan Manis. Ragil setzte bei der Vorspeise bewusst nur wenig scharfe Gewürze und Chilipaste ein, doch ganz ohne Feuer blieb der Abend nicht. Mathias fand den ersten Gang zwar interessant, aber auch ausbaufähig, weil er ihm noch etwas mehr Schärfe zutraute.
Spätestens beim Hauptgericht drehte Ragil dann auf. Noch bevor die Teller auf dem Tisch standen, warnte er seine Gäste mit den Worten: „Vorsicht, scharf!“ Mathias reagierte mit einem „Holla die Waldfee!“, nachdem er nur einen Viertellöffel probiert hatte, und sagte, er habe kurz gedacht, er müsse ersticken. Schorsch witzelte anschließend, Ragil habe vielleicht nur eine Chilischote hineingegeben statt „14 plus“. Für Mathias blieb nicht nur die Schärfe im Gedächtnis. Er fragte auch: „Was schmeckt man dann noch?“ und kritisierte, Ragil habe das Gericht womöglich zu europäisch gemacht. Sein Fazit fiel entsprechend nüchtern aus: „Es war irgendwie nicht ganz ausgewogen.“
Dass Ragil an seinem Abend die indonesische Herkunft über das Essen zeigen wollte, passte zur Idee der Sendung, in der fünf Hobbyköche aus Bamberg um das beste Drei-Gänge-Menü antreten. Gerade weil bei Das perfekte Dinner die persönlichen Handschriften der Kandidaten oft über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, bekam dieser Abend sofort mehr Gewicht als nur ein weiterer Menüvergleich. Ragil selbst brachte es auf den Punkt, als er erklärte, er komme ursprünglich aus Indonesien und wolle zeigen, dass indonesische Küche auch lecker sein kann.
Genau darin lag aber auch die Reibung des Abends. Einerseits wollte Ragil seine Gäste nicht mit Schärfe überfordern und dosierte die Chilischote bewusst vorsichtig. Andererseits entstand ausgerechnet dadurch der Eindruck, dass die Gerichte für manche am Tisch zu zurückhaltend oder nicht ganz stimmig wirkten. Zwischen dem Wunsch, zugänglich zu kochen, und dem Anspruch, die eigene Küche klar erkennbar zu machen, blieb Ragil damit auf einem schmalen Grat.
Heute um 19 Uhr soll die Folge bei VOX laufen, vorab ist sie auch bei RTL+ zu sehen. Wer einschaltet, erlebt nicht nur ein Drei-Gänge-Menü, sondern einen Abend, an dem Ragil mit indonesischen Aromen, Schärfe und der Frage nach Balance zeigen muss, wie viel Heimat auf einem Fernsehteller Platz hat.

