Forschende des Instituts Nasledie aus der Region Astrachan haben in Russland zwei Bestattungen aus dem späten 13. Jahrhundert freigelegt. In einem der Gräber lag neben einem männlichen Skelett ein Säbel von etwa einem Meter Klingenlänge, dazu eine Reihe von Pfeilspitzen und weitere Ausrüstungsteile.
Zu dem Fund gehörten nach Angaben der Forschenden auch eine Gürtelschnalle, ein Steigbügel und das Fragment eines Messers. Das Messerstück lag in der Nähe eines Stücks des Oberarmknochens, außerdem wurden Knochen eines Pferdes entdeckt. Im zweiten Grab lag ein Skelett mit gebrochenem Genick, dessen Beine mit hoher Wahrscheinlichkeit gefesselt waren. Trotz dieser Merkmale gehen die Forschenden nicht davon aus, dass es sich um eine Hinrichtung handelte; der Tote war in einem großen und reich ausgestatteten Grab bestattet.
Die Ausgrabung fand im Areal „Adlerhorst“ statt, das in Russland als Fundort bekannt ist. Nach der Entdeckung ließ das Museum der Region Astrachan den Säbel restaurieren, damit er besser untersucht werden konnte. Die Waffe war vermutlich bereits im Mittelalter deponiert worden, und ihre Länge deutet nach Einschätzung der Forschenden darauf hin, dass sie nicht in Serie hergestellt wurde. Sie vermuten vielmehr eine Maßanfertigung für eine Person mit hohem Status.
Auch die Holzscheide ist für die Einordnung des Fundes wichtig. Sie verhinderte nach Angaben der Forschenden, dass die Klinge völlig zerrostete, und macht zugleich deutlich, dass der Säbel nicht bloß beiläufig im Boden lag. Die beiden Bestattungen aus dem späten 13. Jahrhundert liefern damit nicht nur Waffen und Gebeine, sondern auch Hinweise auf Rang, Bestattungssitte und möglicherweise auf ein gewaltsames Ende, das sich nicht einfach mit dem ersten Blick erklären lässt.
