DAZN und Deutsche Telekom haben sich wenige Wochen vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA auf eine Partnerschaft verständigt, die dem Streamingdienst die Highlights aller 104 Spiele sichern soll. Nach jedem Match werden die Zusammenfassungen in der DAZN-App abrufbar sein.
DAZN kündigte außerdem „Viral Moments“ mit den „außergewöhnlichsten Szenen“ an sowie eine kompakte Highlight-Show, die das Turnier „über die reine Spielzusammenfassung hinaus erlebbar macht“. Produziert wird das Format im eigenen Weltmeisterschaftsstudio von DAZN und es soll auch auf linearen Kanälen sowie über DAZN FAST+ bei Samsung TV Plus laufen. Der Anbieter sprach zugleich von „hochwertige Gäste aus Fußball und Entertainment, fundierte Talk-Elemente sowie starke Fan-Integration“ und verwies auf „umfassende Vermakrtungspotenziale für Marken und Partner“ sowie „ein breites Spektrum an Aktivierungs- und Sponsoringmöglichkeiten“.
Für DAZN ist das Geschäft ein Schritt ohne Live-Rechte, aber mit klarer Ausrichtung auf die Phasen nach dem Abpfiff. Der Dienst konzentriert sich bei dem Turnier auf Zusammenfassungen und Studioinhalte, während Deutsche Telekom rund um die WM bereits mehrere Lizenz- und Verbreitungsdeals aufgebaut hat. Dazu gehören Vereinbarungen mit Bild, Welt, RTL, Sky, Sport1, kicker und T-Online. Hinzu kommt eine zuvor geschlossene Sublicensing-Vereinbarung mit ARD und ZDF, über die die Sender einen großen Teil der Spiele im Free-TV zeigen können, darunter alle Partien der deutschen Nationalmannschaft.
Auch bei der Vermarktung wird das Netz dichter. Deutsche Telekom hat zudem mit Sky eine Verbreitungspartnerschaft vereinbart, die die Weltmeisterschaft über MagentaTV in Gastronomie und bei Public-Viewing-Veranstaltungen bringt. Damit verteilt der Konzern die WM über klassische Sender, digitale Angebote und Ausspielwege im öffentlichen Raum. Genau darin liegt die eigentliche Stoßrichtung: Wer die Spiele nicht live senden kann, versucht die Reichweite über Highlights, Studioformate und möglichst viele Plattformen zu verlängern.
Am Ende entsteht so ein Paket, das weniger auf das einzelne Spiel als auf seine Verwertung danach setzt. Für Zuschauer heißt das: Die entscheidenden Szenen sollen schnell verfügbar sein, die Berichterstattung soll länger laufen als 90 Minuten, und die WM wird schon vor dem ersten Anpfiff in ein dichtes Geflecht aus Rechten, Reichweiten und Vermarktung eingebunden.

