Sepp Straka kehrt am 28. Mai nach Österreich zurück und spielt beim Austrian Alpine Open in Kitzbühel erstmals seit 2018 wieder vor heimischem Publikum. Der 33 Jahre alte Golfer tritt damit bei einem Turnier der DP World Tour an, das für ihn auch sportlich mehr ist als ein Heimspiel: Es ist die Rückkehr an einen Ort, an dem er seit acht Jahren nicht mehr gespielt hat.
Straka sagte, es gebe derzeit bei ihm keinen leisen Moment. Der in Österreich geborene Profi, der seit vielen Jahren in den Vereinigten Staaten lebt, sprach vor dem Start offen über seine Form und über die Arbeit an seinem Spiel. Er habe in dieser Saison bereits drei Top-10-Ergebnisse und mehr als vier Millionen US-Dollar Preisgeld gesammelt, zugleich aber auch den Cut bei der PGA Championship verpasst. Leider gewöhnt man sich daran, Cuts zu verpassen, sagte er. Das gehört zu dieser Phase genauso wie die guten Wochen.
Genau deshalb konzentriert sich Straka nach eigenen Angaben auf zwei Baustellen. Er arbeitet mit zwei Trainern, einem für das kurze Spiel und einem für den Rest seines Spiels, und vor allem Driver und Putten stehen im Mittelpunkt. Mein Driver ist nicht gerade genug, sagte er. An diesen zwei Dingen arbeite ich derzeit am meisten. Dass er trotz seiner Erfolge nicht entspannt wirkt, passt für ihn zum Alltag auf der Tour. Es schaut von außen gelassener aus, als es innen ist, sagte Straka. Ich bin immer sehr nervös. Von außen klingt das nach Routine, innen bleibt es Druck.
Der Zeitpunkt seiner Rückkehr macht den Auftritt in Kitzbühel besonders. Straka hat in dieser Saison bereits drei Major-Turniere auf großen Plätzen gespielt, nun folgt wieder ein Start in Österreich, wo die Aufmerksamkeit hoch sein dürfte. Für den zweifachen Sieger mit dem europäischen Ryder-Cup-Team ist das mehr als ein weiterer Termin im Kalender. Es ist ein Heimspiel, das seine Form testen und zugleich zeigen soll, wie viel aus seiner aktuellen Saison tatsächlich schon herauszuholen ist. Seine Worte deuten darauf hin, dass er die guten Zahlen nicht als Abschluss, sondern als Zwischenstand betrachtet.
Auch abseits seines eigenen Spiels blickte Straka auf die Lage im Profigolf. Er sagte, die Unterstützung für die LIV Tour durch den staatlichen Investmentfonds PIF werde zurückgezogen. Die Folgen seien offen, aber aus seiner Sicht sei ein einfaches Zurückholen aller Spieler, die von LIV zur PGA Tour zurückkehren wollen, kaum möglich. Es wird schwer, alle anzunehmen, sagte er. Auf der PGA Tour ist nicht genug Platz, damit alle mitspielen können. Zugleich betonte er, dass ihn die Entwicklung nur begrenzt beschäftige: Ich habe am wenigsten Einfluss, deshalb kümmere ich mich wenig darum. Für Kitzbühel heißt das vor allem eines: Straka kommt nicht als Showgast, sondern als Spieler, der Ergebnisse liefern will. Sein erster Start in Österreich seit 2018 wird damit zum Prüfstein für Form, Nerven und Anspruch zugleich.

