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Drogenszene am Neumarkt: Köln eröffnet neue Anlaufstelle im Kiosk

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Am Neumarkt hat die am Montag eine neue Anlaufstelle für die Drogenszene eröffnet. Die Kümmerer des Ordnungsamts sind aus einem Container auf der Ostseite in einen ehemaligen Kiosk auf der Südseite umgezogen, der künftig fester Anlaufpunkt bleiben soll.

Einer von ihnen ist . Er arbeitet seit vier Jahren auf dem Neumarkt und sagt, die Aufgabe sei vor allem zuzuhören und zu vermitteln. Im Sommer des vergangenen Jahres entdeckte er bei einem Rundgang bei 35 Grad Außentemperatur einen bewusstlosen Mann mit einer Einwegspritze im Arm, rief rechtzeitig den Notarzt und rettete dem Suchtkranken damit das Leben.

Die neue Stelle soll offener wirken als der frühere Container und dauerhaft bestehen. sagt dazu: „Die neue Anlaufstelle ist auf Dauer angelegt.“ Geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 8.45 Uhr bis 15.15 Uhr. Danach übernehmen Streetworker. Der alte Container wird auf einen Lkw verladen.

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Die Idee, am Neumarkt dauerhaft Ansprechpartner bereitzustellen, entstand Anfang 2022 in der . Dass Köln jetzt umzieht und nicht nur einen provisorischen Ort ersetzt, ist für die Verantwortlichen mehr als ein symbolischer Schritt. Das Angebot soll auch dann bestehen bleiben, wenn in der zweiten Jahreshälfte 2027 das Suchthilfezentrum am Perlengraben eröffnet wird, etwa 1,2 Kilometer vom Neumarkt entfernt.

Am Montag selbst sind direkt am Platz nur wenige suchtkranke Menschen zu sehen. Ceylan sagt, die Situation habe sich in den vergangenen Monaten entspannt. Das liegt auch daran, dass sich die Szene inzwischen verstärkt am Friesenplatz, Rudolfplatz und Appellhofplatz aufhält. Auf dem Neumarkt bestimmt währenddessen das Gastspiel des das Bild, viele Suchtkranke weichen in die Nebenstraßen rund um den Platz aus.

sagt, die Kümmerer hätten viel gebracht und sich hier ihr eigenes, funktionierendes Netzwerk aufgebaut. Genau darin liegt auch die Spannung des neuen Angebots: Die Stadt will die Drogenszene mit dem Suchthilfezentrum vom Neumarkt weg verlagern, doch ganz verschwinden wird sie dort nach allem, was sich abzeichnet, nicht. Der Neumarkt bleibt ein Hotspot, nur die Form der Präsenz verändert sich. Köln setzt deshalb auf Nähe, Ansprache und eine Adresse, die bleibt.

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