Tom Gentzsch steht bei den French-Open-Qualifikationen vor seinem ersten Match bei einem Major-Turnier. Der 22 Jahre alte Deutsche soll am Dienstag gegen Jerome Kym antreten, nachdem mehrere Absagen ihm den Platz im Qualifikationsfeld verschafft hatten.
Für Gentzsch ist das mehr als ein Termin im Spielplan. Anfang Mai war er in der ATP-Rangliste noch auf Platz 219 geführt, und doch reicht diese Position zusammen mit den Rückzügen anderer Spieler nun für die Chance in Paris. Bis ins Hauptfeld von Roland Garros fehlen ihm noch drei Siege.
Seinen Weg dorthin hat er Schritt für Schritt gebaut. 2022 gewann er in Trier seinen ersten ITF-Tour-Titel bei einem M15-Turnier. 2024 folgten weitere M15-Erfolge in Kayseri und Haren. In diesem Jahr kam er mit Titeln in Bastad, Kotka und Ystad sowie einem M25-Sieg in Überlingen voran, bevor er 2026 auf der Challenger-Ebene mit Finaleinzügen in Koblenz und Split sowie dem Halbfinale in Ostrava nachlegte.
Genau dieser Verlauf macht seinen Start in Paris nachvollziehbar. Gentzsch kommt nicht als Zufallsname in den Tableau, sondern als Spieler, der sich über mehrere Saisons von kleineren ITF-Stationen bis zu Ergebnissen auf Challenger-Niveau vorgearbeitet hat. Seine Platzierung und die Absagen anderer öffneten ihm nun die Tür zu einem Turnier, das er als Kind im Fernsehen verfolgte.
Auf Instagram machte Gentzsch aus seiner Erleichterung keinen Hehl. „Mama, Papa … ich habe es geschafft! Kindheitsträume werden wahr! Vom Zuschauen dieses Turniers im Fernsehen als kleiner Junge bis hin zum Spielen meines ersten Grand Slams hier … unglaublich!“, schrieb er. Unter dem Beitrag hinterließen auch Max Rehberg, Daniel Masur und Constantin Frantzen Glückwünsche.
Der nächste Abschnitt ist damit klar umrissen. Gentzsch braucht in Paris drei Siege, um das Hauptfeld zu erreichen, und mit Jerome Kym wartet am Dienstag sofort die erste Hürde. Für einen Spieler, der noch vor kurzem vor allem über ITF- und Challenger-Ergebnisse sichtbar war, beginnt nun der Test auf der größten Bühne seines bisherigen Profilebens.
