Eine öffentliche Erklärung hat den embajador de Israel in Chile, Peleg Lewi, wegen angeblicher Einmischung in innere Angelegenheiten des Landes scharf angegriffen. Unterzeichnet von Akademikern, sozialen Führern, Abgeordneten, Künstlern und Menschenrechtsorganisationen, wirft das Dokument dem Diplomaten vor, seine Position seit seinem Amtsantritt im August 2025 für politische Einflussnahme genutzt zu haben.
Die Erklärung trägt den Titel „Declaración por la soberanía y el compromiso de Chile con los DD.HH. y el Derecho Internacional Humanitario, ante las injerencias del embajador israelí, señor Peleg Lewi“ und beschreibt Lewi als einen Vertreter, der laut den Unterzeichnern Behörden und autonome Institutionen des chilenischen Staates „systematisch“ befragt, unter Druck gesetzt und herausgefordert habe. Sie behaupten außerdem, er habe Akademiker und Menschenrechtsverteidiger wegen ihrer Kritik an den Verstößen des Staates Israel öffentlich ins Visier genommen.
Besonders schwer wiegt für die Unterzeichner der Vorwurf, Lewi habe dazu beigetragen, das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser zu normalisieren. Das Papier verweist darauf, dass die israelische Offensive in Gaza bis Mai 2026 mehr als 75.000 Tote verursacht habe, und sagt, die überwältigende Mehrheit der Opfer seien Kinder, Frauen und Mädchen gewesen. In diesem Umfeld, so der Text, sei es nicht mehr möglich, die Reaktion des Diplomaten als bloße Meinungsäußerung zu betrachten.
Die Erklärung ist Teil einer breiteren Kontroverse über das öffentliche Auftreten des israelischen Botschafters in Chile. Sie richtet sich nicht nur gegen Lewi, sondern auch gegen die Regierung in Santiago und das Außenministerium, denen die Unterzeichner Passivität vorwerfen. Der chilenische Außenminister Francisco Pérez habe sich nach Angaben der Erklärung mindestens zwei Mal mit Lewi getroffen, ohne dass es bislang eine öffentliche Zurückweisung seiner Handlungen gegeben habe.
Die Verfasser des Dokuments betonen, ihre Kritik habe nichts mit Glauben oder kultureller Herkunft zu tun. Wer die Einwände gegen den Botschafter als Antisemitismus abstemple, verbreite nach ihrer Darstellung eine „falsedad deliberada“. Damit schärfen sie den Konflikt über die Grenzen diplomatischen Verhaltens in Chile weiter zu und machen deutlich, dass sie nun eine öffentliche Antwort von Regierung und Außenministerium erwarten.
