In der neuen Crime-Serie „Hunting Party - Die Mörderjagd“ brechen gefährliche Serienkiller aus einem geheimen Gefängnis namens „der Bunker“ aus, nachdem dort eine Explosion zahlreiche Insassen in die Freiheit reißt. Für Rebecca „Bex“ Henderson bedeutet das den abrupten Rückweg in ein Leben, das sie längst hinter sich gelassen hatte: Die ehemalige FBI-Profilerin, gespielt von Melissa Roxburgh, wird von ihrem Job als Sicherheitschefin eines Casinos zurückgeholt, um die Entflohenen wieder einzufangen.
Das Muster ist klar. Bex und ihr Team sollen die Ausbrecher einen Serienkiller pro Folge aufspüren, und genau dieses Prinzip prägt den ersten Eindruck der Serie. Schon die erste Episode stellt Bex’ Arbeit als Profilerin stark in den Mittelpunkt und macht den psychologischen Zugriff zum eigentlichen Motor der Handlung. Die Serie setzt damit auf einen Ermittlungsansatz, der weniger von Verfolgungsjagden als von Analyse, Täterdenken und der Frage lebt, wie solche Menschen ticken.
Gerade damit trifft die Produktion auf eine schnell lauter werdende Skepsis im Netz. Ein TV-Kritiker, Brett Hense, nennt das Ganze „lächerlich“ und sieht darin eine bekannte Erzählstruktur, die einfach nur dasselbe Publikum ansprechen wolle, das auf genau solche Stoffe reagiere; neu sei daran nichts. Auf Reddit fällt der Ton noch direkter aus: Ein Nutzer beschreibt die Serie als „The Blacklist“ ohne James Spader und fragt, wer das für eine gute Idee gehalten habe.
Die Vergleiche kommen nicht von ungefähr. „Criminal Minds“ wird in dem Umfeld ebenfalls oft genannt, weil die Serie ebenfalls stark auf Profiling und die psychologische Annäherung an Täter setzt. Damit steht „Hunting Party - Die Mörderjagd“ genau an der Stelle, an der das Genre schnell nach Routine riechen kann: zwischen vertrauter Formel und dem Versuch, aus der Jagd nach den Entflohenen eine neue Faszination zu ziehen. Die Reaktion zeigt vor allem eines: Die Serie will mit ihrem Profiling-Fokus ernst genommen werden, doch viele Zuschauer sehen bislang eher ein bekanntes Muster als einen frischen Zugriff.
Ob die Serie aus dem Vorwurf der Wiederholung herauskommt, hängt nun daran, ob Bex mehr ist als nur die nächste Ermittlerin in einem altbekannten Katz-und-Maus-Spiel. Im Moment spricht die Diskussion eher dafür, dass „Hunting Party - Die Mörderjagd“ nicht mit der Prämisse allein gewinnt, sondern erst noch zeigen muss, warum ausgerechnet diese Jagd mehr sein soll als die nächste Variante eines sehr vertrauten TV-Rezepts.
