Am Freitag, dem 22. Mai, um 20.00 Uhr beginnt in der Metropolregion Santiago ein geplanter corte de agua santiago, der 36 Stunden dauern und am Sonntag um 08.00 Uhr enden soll. Die Unterbrechung trifft acht Gemeinden und betrifft 143.048 Kunden.
Ausgelöst wird der Eingriff durch Arbeiten mit hoher Komplexität am Strukturprojekt Paralelo Tramo Trinidad. Dabei wird der Parallel-Aquädukt erneuert und mehr als 13 Kilometer des Verteilnetzes verstärkt. Im Sperrperimeter liegen außerdem 13 kritische Kunden und 281 sensible Kunden, was den Einsatzplan deutlich verschärft.
Die Superintendencia de Servicios Sanitarios wird den Notfallplan von Aguas Andinas überwachen. Dessen technisches und personelles Team werde bereitstehen, um die Arbeiten fristgerecht auszuführen, teilte das Unternehmen mit. Zugleich sollen die Kundenservice-Kanäle und das Contact Center 24 Stunden am Tag erreichbar bleiben.
Die Behörden haben die Reaktion bereits abgestimmt. Der Gouverneur der Metropolregion, Claudio Orrego, rief die Bewohner dazu auf, sich über die betroffenen Sektoren zu informieren und vorsorglich Wasser zu lagern. Senapred erklärte, die Logistik für die alternative Wasserversorgung sei mit den Kommunen koordiniert worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steht die Überwachung von Krankenhäusern, Dialysezentren und Eleam-Einrichtungen vor Ort an erster Stelle.
Für Betriebe in den betroffenen Gebieten gilt ebenfalls eine klare Vorgabe: Wer keine Notfallmethoden hat, muss den Betrieb einstellen. Jorge Rivas sagte, die Aufsicht werde sicherstellen, dass das Unternehmen die Fristen und die Minderungspläne strikt einhält, und man werde vor Ort kontrollieren, dass die 143.000 betroffenen Kunden die zugesagte Unterstützung erhalten. Miguel Muñoz betonte, die alternative Versorgung sei mit den Kommunen abgestimmt, damit das Wasser auch jene erreiche, die es nicht selbst lagern können.
Der corte de agua santiago ist damit mehr als eine geplante Unterbrechung. Er ist ein Test dafür, ob ein komplexes Infrastrukturvorhaben mitten im laufenden Betrieb durchgeführt werden kann, ohne die empfindlichsten Einrichtungen aus dem Takt zu bringen. Genau daran wird sich der Einsatz bis Sonntag messen lassen: an der Versorgung kritischer Punkte, an der Koordination zwischen den Behörden und daran, ob die Rückkehr des Wassers um 08.00 Uhr tatsächlich ohne neue Verzögerung gelingt.
