Am 19.05.2026 zeigte das BR Fernsehen um 20:15 Uhr den Münster-Tatort „Eine Leiche zu viel“. Im Anatomischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität geriet ein regulärer Präparierkurs außer Kontrolle, als unter den Körperspenden plötzlich die Leiche einer jungen Frau auftauchte.
Die Tote hatte eine verdächtige Stichverletzung unter dem rechten Rippenbogen, und die offiziellen Papiere behaupteten, sie müsse 1935 geboren sein. Für Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne war das kein gewöhnlicher Fund. Er hatte die sterblichen Überreste zuvor persönlich freigegeben, bevor Professor Dr. med. Gregor Härtling den Körper als die französische Chemikerin Dr. Amélie Blanc erkannte. Blanc hatte als Gastforscherin zur Apoptose gearbeitet und war seit einer Abschlussfeier im April verschwunden.
Boerne bat Kriminalhauptkommissar Frank Thiel um einen diskreten Gefallen, weil vor einer wichtigen wissenschaftlichen Preisverleihung kein großer Skandal hochkochen sollte. Thiel war wegen einer Fußverletzung krankgeschrieben, verfolgte den Fall aber ohne offiziellen Auftrag weiter. Kommissarin Nadeshda Krusenstern und Silke „Alberich“ Haller unterstützten die Ermittlungen. Boerne sicherte bei der Obduktion ausländisches Sperma, während Thiel eine breite DNA-Vergleichsreihe unter den Beschäftigten des Instituts anordnete. Gleichzeitig beschäftigte ihn privat, dass er das Geburtstagsgeschenk für seinen Sohn nach Neuseeland zu spät geschickt hatte. Für ein paar Tage zog außerdem seine Mutter Erika Boerne bei ihm ein.
Der Druck auf die Forschungsgruppe um Dr. Carla Hanke und Dr. Kehl nahm immer weiter zu. Härtling nahm sich schließlich mit Autoabgasen das Leben, nachdem Boerne von den Wissenschaftlern eine DNA-Probe verlangt hatte. Thiel fand heraus, dass Härtling eine Beziehung mit Amélie gehabt hatte und ihr Ehemann Thierry Blanc davon wusste. Als die Ermittler den Witwer in seinem Hotel im Hafen stellen wollten, fanden sie ihn ermordet vor. Auch er trug exakt dieselbe Stichverletzung wie seine Frau.
Bei der Verfolgung eines flüchtigen Täters wurde Boerne von hinten getroffen, ging zu Boden und verlor das Bewusstsein. Er erwachte gefesselt in den Kellerräumen des Instituts, wo Carla Hanke schließlich gestand, sie habe ihre Kollegen getötet, weil Amélie die gefälschten Ergebnisse der lukrativen Krebsforschung nicht mittragen wollte. Im Labor kam es am Ende zum Zugriff: Thiel und Alberich überwältigten Hanke im letzten Moment.
Der Fall zeigte, wie schnell ein Institut, das nach wissenschaftlicher Anerkennung strebte, in einen Mord- und Vertuschungskomplex kippen kann. Tatort Eine Leiche zu viel machte aus dem Anatomie-Kurs nicht nur einen Kriminalfall, sondern einen Absturz, bei dem gefälschte Forschung, persönliches Interesse und tödlicher Druck untrennbar zusammenliefen.
