Maarten Vandevoordt ist mit 24 Jahren aus Belgiens WM-Kader gefallen. Nationaltrainer Rudi Garcia nominierte den Torhüter von RB Leipzig am Montag nicht für das Turnier und setzte stattdessen auf Thibaut Courtois, Senne Lammens und Mike Penders.
Garcia machte zugleich klar, dass Vandevoordt trotzdem mit nach Nordamerika reisen soll, um bei den Trainingseinheiten zu helfen. „Maarten wird mit uns zur Weltmeisterschaft kommen, um uns während der Trainingseinheiten zu helfen“, sagte der 62-Jährige bei der Kadernominierung.
Für Vandevoordt ist das mehr als eine verpasste Gelegenheit. Der Schlussmann hatte in der laufenden Saison bei Leipzig starke Bundesliga-Auftritte gezeigt, und der Klub plant längst mit ihm als künftiger Nummer eins. Auch Leipzigs Torwart Peter Gulacsi stellte sich hinter den Kollegen und sagte, er hätte ihm die WM-Teilnahme gewünscht, weil das ein Riesenerlebnis sei. Zugleich betonte der 34-Jährige von Real Madrid, Vandevoordt habe noch eine große Zukunft vor sich.
Leipzigs Zuversicht kommt nicht aus dem Nichts. In den zwölf Ligaspielen, auf die sich der Bericht bezieht, gewann der Klub acht Mal und blieb zweimal ohne Gegentor. Dass Vandevoordt in diesem Abschnitt auf sich aufmerksam machte, war ein wichtiger Teil davon, warum Leipzig ihn intern als langfristige Lösung im Tor sieht.
Genau diese Entwicklung macht die Entscheidung in Belgien bemerkenswert. Dort gilt Vandevoordt bislang nur als Nummer vier im Torhüter-Ranking, bei Leipzig dagegen als Mann für die Zukunft. Dass Garcia ihn dennoch nicht für die WM berücksichtigte, sorgte für Überraschung und verstärkte die Debatte um seine nächste Aufgabe.
Offen war am Mittwoch weiter, ob Vandevoordt sich dem Leipziger Promo-Tour-Plan für Südafrika anschließt oder stattdessen mit Belgien arbeitet. Nach Angaben aus dem Umfeld stand eine Entscheidung in dieser Woche an, wobei die Reise nach Südafrika vom 25. bis 30. Mai vorgesehen war und alternativ Einsätze in Brüssel und später Seattle im Raum standen. Gulacsi sagte dazu, es gebe noch ein paar Dinge zu klären und vielleicht die Möglichkeit für ihn.
Am Ende bleibt Vandevoordt zwischen zwei Wegen stehen, die beide Gewicht haben: Belgien will ihn als Trainingshilfe bei der WM, Leipzig braucht ihn für den nächsten Schritt. Die Entscheidung darüber, wo er in den kommenden Tagen tatsächlich arbeitet, sagt viel darüber aus, wie schnell aus einem Nachwuchstorhüter ein fester Teil der Planung wird.

