Ignacio Buse hat bei den Bitpanda Hamburg Open in Hamburg für den ersten großen Schlag des Turniers gesorgt. Der 22 Jahre alte Peruaner, der sich durch die Qualifikation gekämpft hatte, bezwang den Titelverteidiger Flavio Cobolli mit 2:6, 5:7 und nahm dem Italiener damit gleich zum Auftakt den erhofften Lauf.
Für Cobolli, 24 und als Champion des Vorjahres ins ATP-500-Turnier am Rothenbaum gegangen, war es ein früher Rückschlag. Buse dagegen nutzte seinen ersten Auftritt, um sich auf einer großen Bühne zu zeigen. „Ich fühle mich sehr gut“, sagte er nach dem Erfolg. Der Peruaner fügte hinzu, dass er dafür trainiere, diese Woche zu genießen.
Der Sieg ist für Buse auch deshalb mehr als ein normaler Auftakterfolg, weil er längst Spuren von einer ungewöhnlichen Doppelbindung trägt. Er sagte, sein Urgroßvater stamme aus Deutschland, er bemühe sich um einen deutschen Pass und habe in diesem Jahr mit seinem ersten Challenger-Titel in Bad Rappenau bereits in Deutschland gewonnen. „Ich werde für den Rest meines Lebens Peruaner sein, aber ich habe ein paar deutsche Gene“, sagte er. Und als er über seine Unterstützung sprach, klang Stolz mit: Wo immer er hinkomme, sehe er Peruaner. Sie seien überall auf der Welt, sagte er, „unglaublich“.
Auch sein Verhältnis zum Land seiner Vorfahren machte Buse in Hamburg deutlich. Er liebe peruanisches Essen, sagte er, sein Lieblingsgericht sei Ceviche, roher Fisch mit Zitrone und Zwiebeln. Auf dem Platz passt seine Geschichte zu einem Turnier, das am Rothenbaum im Mittelpunkt steht und in diesem Jahr wieder zahlreiche bekannte Gesichter anzieht. Während am Center Court bei Ladies Day Christina Rann und Susann Beucke den Münzwurf übernahmen, saßen auf der Tribüne unter anderem Robert Glatzel, Fabio Baldé und Janin Ullmann.
Sportlich war der Tag für die Setzliste gemischt. Jakub Menšík hatte zuvor Jan-Lennard Struff mit 7:6, 6:2 ausgeschaltet und trifft nun auf Buse in der Runde der letzten 16. Felix Auger-Aliassime, an Position eins gesetzt, setzte sich gegen Vit Kopriva mit 7:5, 6:1 durch. Der Kanadier sagte danach, er sei sehr erleichtert gewesen, als er am Morgen aufgewacht sei; die Sterne stünden günstig für sein Team.
Für Hamburg bleibt damit ein früher Knall im Tableau und ein Name, der sich schnell festgesetzt hat. Buse hat nicht nur den Titelverteidiger aus dem Turnier genommen, sondern sich auch in eine nächste Runde gespielt, in der er nun gegen Menšík beweisen kann, dass der Sieg über Cobolli mehr war als ein Ausrutscher des Favoriten.

