Depeche Mode sind auch am 17. Mai 2026 noch nicht von der Straße verschwunden. Die englische Electronic-Rock-Band bleibt in einer verlängerten Tourneephase hinter ihrem fünfzehnten Studioalbum Memento Mori und hat wegen anhaltend hoher Nachfrage weitere Konzerte nachgelegt.
Die Memento Mori World Tour hat die Gruppe seit dem Start des Nordamerika-Abschnitts im Herbst 2023 durch Europa, Nordamerika und Lateinamerika geführt. Gespielt wurde unter anderem in großen Arenen und Stadien in New York, Los Angeles, Chicago und Toronto, darunter im Madison Square Garden in New York City und im Kia Forum in Inglewood, Kalifornien. Dass die Nachfrage nicht abgeflaut ist, zeigt sich daran, dass zusätzliche Shows immer wieder in den Kalender aufgenommen wurden.
Das Album, das diese Tour trägt, erschien erstmals im März 2023 über Columbia Records. Es markierte nicht nur die Rückkehr mit neuem Material, sondern auch den Beginn einer neuen Phase für die Band, die ihre erste Tournee-Ära als Duo nach dem Tod des langjährigen Keyboarders und Mitgründers Andy Fletcher im Jahr 2022 absolvierte.
Depeche Mode, die sich in den frühen 1980er Jahren aus der Synth-Pop-Szene heraus entwickelten, sind längst zu einer der einflussreichsten Alternative-Bands der vergangenen vier Jahrzehnte geworden. Genau diese Geschichte schwingt in den aktuellen Auftritten mit: Die Shows tragen den Charakter eines Gedenkens, ohne sich in eine Trauerfeier zu verwandeln. Hochauflösende Bildschirme, eine nüchterne Bühnenästhetik und schwarz-weiße Bilder bei Titeln wie Ghosts Again und Enjoy the Silence schaffen eine Atmosphäre, die an die langjährige Zusammenarbeit mit Anton Corbijn erinnert.
Der entscheidende Punkt ist damit nicht mehr, ob Memento Mori ein einmaliger Tour-Anlass war. Die Antwort liegt längst auf der Hand: Solange die Nachfrage so hoch bleibt, wird Depeche Mode diese Ära weiter ausdehnen und die Tour als lebendiges Werk statt als abgeschlossene Rückschau spielen.
