Patricio Yáñez hat Lautaro Pastrán bei Radio Agricultura scharf kritisiert und dem 23-jährigen Offensivspieler vorgehalten, dass seine Leistungen bei Colo Colo bisher hinter den Erwartungen zurückbleiben. Der frühere Nationalspieler sagte, Pastrán habe bei Everton deutlich besser gespielt als jetzt beim Klub aus Santiago.
Yáñez formulierte es besonders deutlich: Pastrán sei „verlöscht“, habe nur ein paar Spiele geliefert, und das Colo-Colo-Trikot wiege zu schwer. Auch bei der Nationalmannschafts-Debatte, die bei seiner Ankunft mitschwang, habe er unter dem Strich ein schwächeres Niveau gezeigt als früher. Für Pastrán ist die Kritik deshalb brisant, weil er erst in diesem Jahr als eine der Verstärkungen zum Klub kam und damit eigentlich frischen Schwung bringen sollte.
Der gebürtige Mendozaer steht bislang in 11 von 16 Saisonspielen auf dem Platz und kommt auf 496 Minuten. Ein Assists brachte er am 7. März beim 1:0 gegen Audax Italiano ein. Fernando Ortiz hat ihn bislang nicht in die Startelf befördert; meist kommt Pastrán von der Bank.
Der Fall hat auch eine finanzielle Seite. Colo Colo einigte sich zu Jahresbeginn mit Belgrano auf die Leihe des Spielers. Berichten aus Argentinien zufolge zahlte der Klub dafür 100.000 Dollar und sicherte sich zudem eine Kaufoption über 60 Prozent seiner Transferrechte für knapp eine Million Dollar. Das erhöht den Druck auf einen Spieler, dessen Rolle bisher kleiner ausfällt als die Erwartungen, die bei seiner Verpflichtung geweckt wurden.
Colo Colo führt die Liga de Primera trotz Kritik am Spiel und an mehreren individuellen Leistungen an. Gerade deshalb fällt jede Debatte über einzelne Neuzugänge stärker ins Gewicht, weil der Tabellenplatz die Gesamtbilanz schützt, die Diskussion um die Qualität auf dem Feld aber nicht beendet. Bei Pastrán bleibt nun die Frage, ob er unter Ortiz doch noch zu einer festen Größe wird oder ob er weiter vor allem als Einwechselspieler betrachtet wird.

