Nach 16 Spielen mit nur einem Sieg ist es aus Sicht eines Leserbriefs in der Wuppertaler Rundschau bemerkenswert, überhaupt noch zu glauben, der Weg beim WSV könne so weitergehen. Der Text richtet sich gegen WSV-Trainer Mike Wunderlich und beschreibt den bisherigen Kurs als krachend gescheitert.
Der Brief kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Verein in der Regionalliga West sportlich unter Druck steht. Die Formel ist hart, aber klar: Der WSV sinke ins fußballerische Vergessen, heißt es in dem Schreiben, und ein neuer Aufbruch müsse dringend auch die Trainerfrage einschließen.
Wunderlich selbst sagte zu der Lage: „Tut mir leid für den gesamten Verein.“ Mehr steckt in diesem Satz kaum, und doch fasst er die Stimmung rund um den Klub präzise zusammen. Es ist die Art von Reaktion, die zeigt, wie tief die Enttäuschung sitzt, wenn ein Neustart nicht trägt und die einfachen Antworten längst aufgebraucht sind.
Gerade deshalb wirkt der Leserbrief wie mehr als nur eine Momentaufnahme. Er ordnet die Lage beim WSV als Teil eines notwendigen Neuaufbaus ein und macht zugleich deutlich, wo aus Sicht des Autors der erste Hebel liegt: auf der Trainerposition. Die Kritik zielt damit nicht nur auf einzelne Spiele, sondern auf die Frage, ob der Verein in der Regionalliga West überhaupt noch einen glaubwürdigen Plan für den Weg aus der Krise hat.
Die entscheidende Frage ist damit nicht, ob der Druck wächst. Er ist längst da. Entscheidend ist, ob der WSV die sportliche und personelle Konsequenz zieht, die der Leserbrief für überfällig hält, oder ob der Klub weiter versucht, sich durch eine Lage zu arbeiten, die nach 16 Spielen und einem Sieg kaum noch Spielraum lässt.

