Didi Kühbauer hat sich mit dem Titelgewinn des LASK in eine kleine Ecke der österreichischen Fußballgeschichte gespielt. Der LASK-Trainer wurde am heutigen Tag zum zehnten Mann in der Geschichte der Bundesliga seit 1974, der Meister als Spieler und als Coach geworden ist.
Für Kühbauer hat dieser Eintrag einen besonderen Klang, weil er den ersten Teil dieser Laufbahn schon als Aktiver schrieb. Am 1. Juni 1996 holte er mit Rapid den Titel, damals mit einem 2:0 gegen Sturm Graz im Happel-Stadion. Jetzt folgt der zweite Eintrag — und ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag.
Vor Kühbauer hatten es nur neun andere in diesen Kreis geschafft: Thomas Parits, Herbert Prohaska, Heribert Weber, Walter Schachner, Josef Hickersberger, Peter Pacult, Franco Foda, Peter Stöger und Adi Hütter. Die Liste zeigt, wie eng dieser Zirkel ist und wie selten der Sprung vom Meisterspieler zum Meistertrainer gelingt.
Gerade Stöger und Hütter stehen für diese doppelte Rolle besonders deutlich. Stöger wurde als Spieler mit Austria Wien und Rapid Wien Meister, später auch als Trainer mit Austria Wien. Hütter gewann als Spieler mit SV Salzburg und später als Coach mit Red Bull Salzburg. Kühbauer reiht sich nun in diese kleine Gruppe ein, während seine Meisterschaft mit dem LASK den neuesten Beleg dafür liefert, dass Erfahrung auf dem Platz und an der Seitenlinie in Österreich nur wenigen zu diesem Doppelstatus verhilft.
Dass Kühbauer diese Marke an seinem Geburtstag erreicht, gibt dem Titel eine persönliche Note. Sportlich ist es zugleich mehr als eine Randnotiz: In einer Bundesliga, die in diesem Zusammenhang seit 1974 gezählt wird, rückt sein Erfolg mit dem LASK ihn in einen Kreis, der aus der Distanz groß klingt, in der Praxis aber fast nie erreicht wird.
