Snap, YouTube und TikTok haben den ersten derartigen Rechtsstreit beigelegt, in dem Schulbezirke den Plattformen vorwerfen, die Sucht nach sozialen Medien habe öffentliche Schulen Millionen gekostet. Die Klage war vom Breathitt County School District in Kentucky eingereicht worden. Meta muss sich in demselben Verfahren weiter auf einen Prozess einstellen.
Der Schulbezirk behauptet, soziale Medien hätten den Unterricht gestört, eine psychische Krise verschärft und die Budgets der Schulen belastet. Die genauen Bedingungen der Einigung wurden bisher nicht bekanntgegeben. Für den Bezirk ist damit nur ein Teil des Falls beendet; für die Unternehmen ist der juristische Druck damit keineswegs vorbei.
Für Schulen ist die Einigung mehr als ein einzelner Vergleich. Sie kommt in einem Fall, der als Prüfstein für mehr als 1.000 ähnliche Klagen im ganzen Land gilt. Anwälte der Schulbezirke erklärten, ihr Fokus bleibe darauf gerichtet, Gerechtigkeit für die verbleibenden 1.200 Schulbezirke zu verfolgen, die ebenfalls Verfahren angestrengt haben. Die Reichweite des Streits macht ihn zu einem der bislang deutlichsten Angriffe auf die Geschäftsmodelle großer Plattformen.
Der Fall steht nicht allein. Bereits zuvor hatten Snap und TikTok einen anderen Rechtsstreit beigelegt, in dem ein 19-jähriger Kläger erhebliche persönliche Schäden durch süchtig machende Apps geltend machte. Google und Meta einigten sich in diesem Verfahren nicht auf einen Vergleich; am Ende sprach eine Jury dem Kläger 6 Millionen Dollar zu. Erst kürzlich verlor Meta zudem eine Klage, die von der Generalstaatsanwaltschaft von New Mexico geführt worden war und in der 375 Millionen Dollar gefordert wurden.
Gerade diese Abfolge erklärt, warum die aktuelle Einigung Gewicht hat. Einige Gruppen drängen seit Monaten auf tiefgreifende Änderungen an sozialen Apps, um Minderjährige besser vor Schaden zu schützen. Dass nun ausgerechnet der erste Schulbezirksfall vor einem Prozess teilweise endet, während Meta weiter vor Gericht steht, zeigt die Richtung des Konflikts: Die Unternehmen müssen sich nicht nur auf weitere Vergleiche einstellen, sondern auch auf die Möglichkeit, dass Gerichte und Jurys den Vorwurf von systematischer Schädigung immer ernster nehmen.
Für den Breathitt County School District ist der Fall damit noch nicht abgeschlossen, aber er hat bereits einen Maßstab gesetzt. Die Frage ist nun nicht mehr, ob diese Klagen landesweit Folgen haben, sondern wie viele weitere Bezirke sich an der Einigung orientieren werden, wenn der nächste Prozess beginnt.

