Bosch kämpft mit roten Zahlen und baut im großen Stil Stellen ab. Stefan Asenkerschbaumer sagte, für Robert Bosch habe immer das langfristige Überleben des Unternehmens im Mittelpunkt gestanden – und genau darauf komme es jetzt an.
„Denn das Überleben des Unternehmens sichert alles andere“, sagte Asenkerschbaumer mit Blick auf die Lage des Konzerns. Bosch hatte im vergangenen Jahr Milliardenkosten durch den Abbau von Arbeitsplätzen, US-Zölle und hohe Steuerlasten verbucht. Der frühere Bosch-Chef ergänzte, das Unternehmen sei zwar schon immer sozial orientiert gewesen, müsse sich aber weiterentwickeln. Die aktuelle Krise sei eine Herausforderung, „aber wir haben dabei nicht unser Wertegerüst verloren“.
Die Aussage trifft einen Konzern, der seit Monaten unter Druck steht. Bosch-Chef Stefan Hartung hatte im Januar gesagt, 2025 werde für Bosch „ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr“. Der weltgrößte Autozulieferer versucht nun, seine Wettbewerbsfähigkeit in einem Geschäftsfeld zu sichern, das nicht nur im Kerngeschäft, sondern nahezu in allen übrigen Bereichen unter Kostendruck steht.
Im Zentrum der Sanierung steht die Lieferantensparte. Dort will Bosch in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Auch am Standort Abstatt fallen Jobs weg. Das Unternehmen setzt dabei vor allem auf freiwillige Programme wie Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen, um die Einschnitte möglichst sozialverträglich zu gestalten. Zusätzlich hat Bosch in anderen Bereichen wie BSH und der Elektrowerkzeugsparte Kürzungen angekündigt.
Die Breite der Einschnitte zeigt, wie tief der Umbau reicht. In vielen Bereichen sei Bosch nicht mehr wettbewerbsfähig, heißt es aus dem Unternehmen. Gleichzeitig wächst der Druck von außen. Bereits im November 2025 hatte sich der Betriebsrat wegen möglicher Kündigungen besorgt gezeigt. Auch die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner kritisierte das Management scharf über die Jobpläne.
Für Bosch ist die Lage besonders heikel, weil der Konzern auf eine lange Tradition verweist, die 1886 in Stuttgart mit der Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik begann. Asenkerschbaumer stellte nun klar, dass gerade in der Krise das Leitbild des Hauses nicht aufgegeben werde. Die Botschaft ist damit eindeutig: Bosch will sparen, umbauen und Personal abbauen, um seine Zukunft zu sichern — auch wenn der Preis dafür in diesem Jahr hoch ist.
