Der Hamburger SV hat die Saison mit einem 1:1 bei Bayer Leverkusen beendet, doch der letzte Eindruck gehörte Fábio Vieira. Der Portugiese brachte den HSV nach etwas mehr als einer Stunde mit einem Linksschuss in die linke Ecke in Führung. Es war sein siebtes Saisontor.
Für den HSV war es ein Spiel mit zwei sehr unterschiedlichen Gesichtern. In der 25. Minute parierte Sander Tangvik in seinem ersten Einsatz im HSV-Tor in dieser Saison einen Elfmeter von Patrick Schick und hielt die Gäste damit zunächst im Spiel. Später schlug Leverkusen doch noch zu: In der 79. Minute fälschte Nicolai Remberg einen Kopfball von Jarell Quansah unglücklich ins eigene Tor ab und stellte auf 1:1.
Vor der Partie galt Vieira bereits als Spieler, um den der HSV kämpfen will. Der Verein will die feste Kaufoption von rund 20 Millionen Euro nach unten drücken; ein Transfer könnte demnach bei etwa 10 Millionen Euro möglich sein. Genau deshalb bekam das Tor in Leverkusen noch einmal besonderes Gewicht. Es war nicht nur ein Treffer zum Saisonabschluss, sondern auch eine weitere Bewerbung des ausgeliehenen Arsenal-Profis für eine Zukunft in Hamburg.
Vieira selbst klang nach dem Abpfiff offen, aber nicht festgelegt. Er sagte, er könne nicht sagen, wie es weitergehe, er habe noch einen Vertrag mit Arsenal und müsse das respektieren. Zugleich kündigte er an, die Ferientage mit seiner Familie genießen zu wollen und erst einmal nicht an Fußball zu denken. Er müsse offen bleiben, sagte der Mittelfeldspieler, und sich dann mit seiner Familie, seinen Beratern und Arsenal zusammensetzen, um die beste Lösung zu finden. Während der Saison sei er in Hamburg sehr glücklich gewesen und er bedankte sich bei den Fans für ihre Unterstützung.
Die Ausgangslage ist damit klarer geworden, nicht aber die Entscheidung. Der HSV will Vieira halten, doch die Summe ist hoch und Arsenal wird bei einem Spieler mit sieben Toren kaum leicht zu überzeugen sein. Gleichzeitig könnte das Spiel in Leverkusen auch Vieiras letzter Auftritt für den HSV gewesen sein, ebenso wie für Luka Vuskovic. Nach diesem Abend bleibt vor allem eines: Der Wunsch des HSV ist bekannt, aber die Zukunft des Portugiesen hängt an Gesprächen, die erst noch geführt werden müssen.

