Nach dem 3:2 des HSV gegen den SC Freiburg stand Luka Vuskovic am Sonntag noch einmal im Mittelpunkt, obwohl die Richtung für den 17-Jährigen längst fast feststeht: Sein Vertrag in Hamburg läuft nur bis zum 30. Juni, danach gehört er wieder Tottenham Hotspurs. Nach dem Spiel sprach Vuskovic selbst über seinen Abschied und sagte, es gebe nur eine sehr, sehr, sehr, sehr kleine Chance, dass er länger im Volkspark bleiben könne.
Für die HSV-Fans ist das bitter, weil Vuskovic in kurzer Zeit mehr als nur ein Leihspieler geworden ist. Tommi Schmitt nahm den drohenden Abschied später in seinem Fußballpodcast Copa TS auf, einem der meistgehörten Podcasts des Landes, und sagte: „Ich habe Mitleid mit den HSV-Fans“. Er beschrieb die Szene so, als stehe Vuskovic „auf dem Schiff“, während alle am Hafen winkten, und ergänzte: „Niemals in einen Leihspieler verlieben.“
Schmitt übertrug die Warnung auch auf Fabio Vieira, der vom FC Arsenal ausgeliehen ist. Beide Spieler stehen für Qualität, die im HSV-Kader nicht beliebig zu ersetzen ist. Genau das machte auch Turid Knaak deutlich: Vuskovic und Vieira seien Spieler, deren Potenzial und Leistung eher für Größeres tauge. Für die Kaderplanung sei ihr möglicher Verlust deshalb besonders schwer, weil man sie nicht eins zu eins ersetzen könne. „In Claus Costas Schuhen möchte ich nicht stecken“, sagte Knaak über die Aufgabe des Sportchefs.
Dass die Debatte gerade jetzt so drängt, hat mit der Saisonphase und mit dem Blick nach vorn zu tun. HSV hält sich nach dem Sieg über Freiburg im Rennen und braucht im Endspurt Stabilität, während Tottenham Hotspurs derzeit selbst im Abstiegskampf der Premier League steckt. Ein Verein, der um seine eigene Existenz in der Liga ringt, gibt einen jungen Innenverteidiger nicht einfach her, schon gar nicht dauerhaft, wenn der Vertrag mit dem Leihklub ohnehin am 30. Juni ausläuft. Für Hamburg bleibt damit vor allem die Frage, wie man den sportlichen Verlust organisiert, falls Vuskovic und auch Vieira im Sommer tatsächlich weg sind.
Die emotionale Bindung ist dabei längst entstanden. HSV-Anhänger haben Vuskovic schon umarmt, noch bevor seine Leihe überhaupt zu Ende ist, und genau darin liegt das Risiko, das Schmitt so deutlich benannte. Wer einen Leihspieler früh zum Gesicht eines Teams macht, erlebt am Ende nicht nur einen personellen Wechsel, sondern einen kleinen Abschied von einer Hoffnung. Bei Vuskovic scheint dieser Abschied nun näher zu rücken als die Chance, dass aus der Leihe noch ein dauerhafter Verbleib wird.

