Der 70. Song Contest erreicht heute in Wien seinen Höhepunkt mit dem Grand Final. Unter dem Motto „United by Music“ strömen Zehntausende Besucher aus ganz Europa in die Stadt, während sich der Eurovision-Wahnsinn zwischen Stadthalle, Rathausplatz und Eurovision Village auf einen einzigen Abend zuspitzt.
Schon am Nachmittag startet das Eurovision Village um 14 Uhr mit Programmpunkten, darunter eine KI-Karaoke-Session, bei der Fans ihre Gesichter und ihr Singen in originale Eurovision-Auftritte einblenden lassen können. Zoë trat dort auf, bevor die Live-Übertragung zur Stadthalle wechselte. Seit vergangenem Sonntag wurden trotz schlechten Wetters 70.000 Fans im Eurovision Village gezählt. Für den Finaltag gelten zudem strenge Regeln: Taschen sind tabu, erlaubt sind nur Dinge, die in die Hosentasche passen. Auf dem Rathausplatz werden bis zu 30.000 Fans erwartet.
Wien hat die Abschlussnacht des Song Contest 2026 mit einem dichten Netz aus Veranstaltungen und Verkehrseinschränkungen vorbereitet. Die Ringstraße ist für die Show teilweise gesperrt, und wer kein Ticket für die Stadthalle hat, weicht auf Public Viewing aus. Einige der überdachten Angebote sind bereits ausgebucht. Im 4. Bezirk und im Volksgarten Pavilion im Zentrum gibt es noch freie Plätze, der Eintritt ist dort kostenlos. Wegen des Andrangs startet Vindobona im Lounge-Bereich eine zweite Übertragung.
Das Interesse ist ohnehin enorm. Rund 166 Millionen TV-Zuschauer, 1,8 Milliarden Social-Media-Aufrufe und etwa 500.000 Besucher über alle ESC-Veranstaltungen in Wien hinweg stehen für die Größenordnung dieses Abends. Dass der Andrang trotz Regen hoch bleibt, passt ins Bild: Die Wetterprognose sieht bis Mittag häufigen Regen vor, am Nachmittag soll er seltener werden. Die Höchstwerte liegen bei rund 14 Grad.
Die größte Spannung neben dem Finale liegt am Samstag auch außerhalb der Musik. Für den Nachmittag ist in Wien eine pro-palästinensische Demonstration mit 3.000 angemeldeten Teilnehmern geplant. Sie soll um 14 Uhr am Christian-Broda-Platz nahe dem Westbahnhof beginnen, über die Äußere Mariahilfer Straße und die Schmelzbrücke bis hinter die Stadthalle führen. Auf Felberstraße, Märzstraße und Koppstraße werden Staus und Verzögerungen erwartet. Die U2 und U6 fahren bis etwa 2 Uhr nachts alle fünf Minuten, U1, U3 und U4 bis etwa 2.30 Uhr alle 7,5 Minuten.
Damit endet eine Eurovision-Woche, die Wien mit Fans, Sonderfahrplänen und Sicherheitsmaßnahmen geprägt hat. Der Blick richtet sich nun auf den Abend selbst: Wer den 70. Song Contest gewinnt, entscheidet sich heute in der Stadthalle, nachdem die Stadt ihre größte Bühne des Jahres bis an die Grenze gefüllt hat.

