Frankreich setzt beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien auf Monroe Rigby. Die 17-Jährige wird mit dem französischsprachigen Titel „Regarde!“ antreten, der Oper, Musical und modernen Pop verbindet.
Die Entscheidung fiel erneut über eine interne Auswahl von France Télévisions. Für Frankreich ist das ein klares Bekenntnis zu einem kontrollierten, kuratierten Weg beim ESC – und diesmal zu einer Künstlerin, deren Laufbahn bereits ungewöhnlich früh international angelegt ist. Rigby gewann 2025 die Talentshow „Prodiges“, unterschrieb danach einen Vertrag bei Warner Classics und veröffentlichte ihr Debütalbum. Sie ist in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah geboren, Tochter einer französischen Mutter und eines amerikanischen Vaters, und wuchs zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten auf.
„Regarde!“ wurde von Rigby gemeinsam mit dem französischen Geigenduo Violin Phonix geschrieben. Der Song beginnt leise und arbeitet sich zu einem größeren, theatralischen Moment vor, getragen von markanten Streichern, Chören und Klavier. Rigby sagte, sie wolle mit dem Titel „den Reichtum und die Vielfalt“ der französischen Musik zeigen. Genau darin liegt auch der kalkulierte Reiz des Beitrags: Frankreich schickt nicht einfach eine junge Popstimme, sondern eine Sängerin, deren klassischer Hintergrund dem ESC-Auftritt mehr Gewicht geben soll.
Der Vergleich mit früheren ESC-Beiträgen liegt nahe. In den vergangenen Jahren tauchten bei anderen Acts mit klassisch oder opernhaft gefärbten Elementen ähnliche Erwartungen auf, darunter JJ und Nemo. Frankreich versucht nun denselben Grenzgang, aber mit einer deutlich jüngeren Interpretin und einem Titel, der auf Steigerung und Bühneneffekt angelegt ist. Das macht den Beitrag für Wien relevant: Rigby muss nicht nur singen, sondern innerhalb weniger Minuten beweisen, dass ihre Mischung aus Klassik und Pop auf der ESC-Bühne trägt.
Rigby selbst hat ihre Botschaft bereits zugespitzt. Liebe sei das, was Menschen verbinde, sagte sie. Für Frankreich ist damit auch die Richtung für 2026 gesetzt: ein Beitrag, der auf Emotion, Handwerk und große Form setzt. Ob diese Mischung im Wettbewerb trägt, wird sich in Wien zeigen, doch die Auswahl macht bereits deutlich, worauf Frankreich diesmal setzt.

