Lesen: Dara Bulgaria fährt mit „Bangaranga“ nach Wien zum Eurovision Song Contest

Dara Bulgaria fährt mit „Bangaranga“ nach Wien zum Eurovision Song Contest

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wird beim in Wien, Österreich, mit dem Song „Bangaranga“ auftreten. Für die 27-jährige Sängerin und Songwriterin aus Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste ist es der nächste Schritt in einer Karriere, die sie längst zu einem der bekanntesten Popgesichter Bulgariens gemacht hat.

Die Wahl des Liedes verbindet zwei Welten, die bei DARA schon lange zusammengehören: moderne Popproduktion und die Traditionen ihrer Heimat. „Bangaranga“ greift auf jamaikanischen Slang zurück und meint Aufruhr, Krach oder eine schöne Form von Unordnung. Zugleich ist der Song von den kukeri inspiriert, einem alten bulgarischen Ritual, bei dem Männer zu Jahresbeginn mit Glocken, Fell und Tiermasken durch die Dörfer ziehen, um böse Geister zu vertreiben.

DARA ist in Bulgarien keine neue Stimme, sondern eine feste Größe. Sie hat dort eine Reihe von Nummer-eins-Hits gelandet, darunter „Thunder“ und „Call Me“. Ihren Weg begann sie früh: Mit 16 wurde sie Dritte bei und unterschrieb danach bei einem der größten Labels des Landes. Seitdem veröffentlicht sie Musik auf Bulgarisch, Englisch und in jeder Sprache, die ihr Gefühl verlangt.

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Ihre Ausbildung prägt bis heute ihren Klang. , wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, besuchte die und spezialisierte sich dort auf Folkloregesang. Sie sagt, genau dieses Training sei „tief in meiner DNA“ verankert, mit seinen Mikrotonen und der emotionalen Rohheit. 2021 und 2022 stand sie außerdem als Mentorin bei vor der Kamera und gab eine neue Generation von Musikern weiter.

Der Auftritt in Wien kommt nach einer Phase, in der DARA ihre Karriere noch stärker auf persönliche Themen ausgerichtet hat. Ihr Album „ADHDARA“ erschien im vergangenen Jahr, nachdem bei ihr als Erwachsene ADHS diagnostiziert worden war. Die Platte gab ihrem bisherigen Popprofil eine zusätzliche Ebene und machte deutlich, wie eng bei ihr Biografie und Musik verbunden sind.

Auch „Bangaranga“ folgt diesem Muster. DARA beschreibt das Stück als Popmusik mit Folkloreknochen. Gemeinsam mit ihrem Team wollte sie einen Song, der in Wien, London oder anderswo sofort körperlich wirkt, bevor das Publikum ihn gedanklich einordnet. Für sie ist das Stück „ein Aufruhr — aber ein fröhlicher“. Genau darin liegt auch sein Reiz: Es versucht nicht, die Gegensätze zwischen Tradition und Clubtauglichkeit zu glätten, sondern macht sie hörbar.

Dass DARA ausgerechnet mit diesem Titel zu Eurovision fährt, passt zu einer Künstlerin, die seit Jahren davon lebt, Gegensätze nicht als Problem, sondern als Material zu behandeln. In Wien wird sie nun zeigen müssen, ob dieser Mix aus bulgarischer Folklore, Popdruck und eigenwilliger Sprache auch auf Europas größter Bühne zündet. Das dürfte der eigentliche Prüfstein sein: ob ein Lied, das so stark aus ihrer Herkunft kommt, zugleich weit genug trägt, um weit über Bulgarien hinaus anzukommen.

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