Lesen: Esc Beginn in Wien: ORF zeigt, wie viel vom Spontanen geplant ist

Esc Beginn in Wien: ORF zeigt, wie viel vom Spontanen geplant ist

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Der ORF hat am Dienstagabend in der ersten Semifinalshow des 70. ESC in Wien ein fünfminütiges Segment namens „“ gezeigt. Darin wurde die alte Verwechslung von Österreich und Australien aufs Korn genommen, sogar mit Menschen in Känguru-Kostümen auf der Bühne.

Für war das kein Zufall, sondern genau der Punkt: „Auf meine Visitenkarte würde ich schreiben: ‚Entertainer der alten Schule‘.“ Der Moderator sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Medienzentrum auch, dass er vom Theater gewohnt sei, dass ein Skript nur ein Vorschlag sei und auf der Bühne alles anders werde. Das gelte auch für den Song Contest, nur dass hier kaum etwas wirklich dem Zufall überlassen werde.

Der Auftritt passte zu dem Bild, das der ORF für den Abend zeichnen wollte. Ostrowski soll die österreichische Note liefern, den Glamour in die Stadthalle bringen. Im ersten Halbfinale trat Ostrowski zudem in einem Jagdoutfit auf. Zusammen sollen die beiden an die Eurovision-Moderatoren anknüpfen, die bei Fans längst Kultstatus haben – so wie , die 2016 mit das Intervallstück „Love, Love, Peace, Peace“ aufführte und im vergangenen Jahr in Basel noch einmal als Gast auf die Bühne zurückkehrte.

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Genau dort liegt der Kern des Wiener Esc Beginn: Was locker und spontan wirkt, ist in Wahrheit oft Wochenarbeit. Die drei überraschenden Abstimmungsregionen Mikronesien, Tonga und Madagaskar standen schon Wochen vor der Show im Skript. Das Buch für die Sendungen schreibt nicht Ostrowski und auch nicht Swarovski, sondern vor allem Gregor Barcal. ORF-Programmdirektorin gehört ebenso zu den Verantwortlichen für die allgemeine Ausrichtung in der Wiener Stadthalle wie Showchef Mischa Zickler, der an der inhaltlichen Entwicklung mitarbeitet. Danach wird das Material gelesen, gemeinsam über Wochen geprobt und laufend überarbeitet.

Ostrowski machte am Mittwoch deutlich, dass die Texte bis zuletzt in Bewegung bleiben. Er sagte, das Skript sei eine Anregung und auf der Bühne ändere sich alles. Entscheidungen über Details würden gemeinsam getroffen; wenn ein Gag in den Proben nicht funktioniere, werde er einfach gestrichen. Gerade das macht den Unterschied zwischen Fernsehglanz und Live-Moment aus: Der Abend lebt vom Eindruck des Unmittelbaren, doch das Publikum sieht in Wien eine Show, deren scheinbare Leichtigkeit hart erarbeitet ist. Für den ORF ist das keine Schwäche, sondern das System hinter dem Spektakel.

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