Die AfD ist in einer aktuellen YouGov-Umfrage auf 28 Prozent gestiegen und liegt damit sechs Punkte vor CDU/CSU, die auf 22 Prozent gefallen ist. Für Friedrich Merz ist das der nächste Warnruf: Nur 15 Prozent der Befragten bewerteten seine Arbeit als gut, 81 Prozent als schlecht.
Die Zahlen stammen aus einer Befragung von YouGov unter 2.179 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland zwischen dem 8. und 11. Mai; 1.783 von ihnen wurden nach ihrer Wahlabsicht gefragt. Der Abstand zwischen AfD und Union wuchs damit auf sechs Prozentpunkte. Für die Union ist vor allem der Tiefstand bitter: 22 Prozent sind nach YouGov der niedrigste Wert seit September 2021.
Auch die übrigen Parteien bleiben in der Umfrage eng beieinander. SPD und Grüne kommen jeweils auf 13 Prozent, die Linke auf 11 Prozent. FDP und BSW wären demnach weiter nicht im Bundestag vertreten, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Die statistische Fehlerspanne gab YouGov je nach Anteil mit 2,1 bis 0,92 Prozentpunkten an.
Für Merz ist die Bewertung seiner Arbeit deutlicher als die Parteiwertsetzung. Sein guter Arbeitswert fiel gegenüber April um fünf Punkte auf 15 Prozent, während der Anteil derjenigen, die seine Arbeit schlecht finden, um sechs Punkte auf 81 Prozent stieg. In einer weiteren Frage lehnten 41 Prozent ein Bündnis mit der AfD als falsch ab, 46 Prozent hielten den Ausschluss einer Koalition mit der AfD für richtig. 13 Prozent waren unentschieden. Im Februar 2025 hatten noch 54 Prozent gesagt, der Ausschluss sei richtig gewesen; vor einem Jahr lag der Anteil derer, die ihn für falsch hielten, bei 37 Prozent.
Die Debatte über die sogenannte Brandmauer bleibt damit einer der zentralen politischen Konflikte im Land. Olaf Scholz nannte den Ausschluss einer Koalition mit der AfD „mehr als berechtigt“ und sagte: „Mit der AfD ist kein Staat zu machen.“ Zugleich zeigen die Zahlen, dass sich die Haltung der Wähler verschiebt: Der Anteil derer, die den Ausschluss für falsch halten, ist binnen eines Jahres von 37 auf 41 Prozent gestiegen, auch wenn eine knappe Mehrheit weiter dagegen bleibt.
Bemerkenswert ist auch der Abgleich mit einer separaten Forsa-Erhebung im RTL-/ntv-Trendbarometer. Dort lag die AfD bei 27 Prozent und die Union ebenfalls bei 22 Prozent, während 14 Prozent mit Merz' Arbeit zufrieden waren und 84 Prozent nicht. Zusammen zeichnen beide Umfragen dasselbe Bild: Die AfD bleibt stärkste Kraft in der Sonntagsfrage, die Union kommt nicht aus dem Tief, und Merz steht unter deutlichem Druck, bevor sich an den politischen Fronten im Bundestag etwas bewegt.

