VfL Osnabrück tritt in seinem letzten Auswärtsspiel der Saison bei VfB Stuttgart II an, und die Aufgabe führt den Club zu einer Mannschaft, die in dieser 3. Liga-Spielzeit oft reifer wirkte, als es ihr junges Alter vermuten lässt. Stuttgart II stand zur Zeit dieses Berichts mit 46 Punkten auf Platz 14 und hatte sich trotz des dünnen Kaders über weite Strecken aus dem Abstiegskampf herausgehalten.
Die Bilanz der U21 des VfB ist dabei mehr als nur solide. Mit 54,2 Prozent Ballbesitz und 84,2 Prozent Passquote gehörte das Team ligaweit jeweils zu den zwei besten Mannschaften. Dazu gewann Stuttgart II 51,6 Prozent seiner Duelle. Gerade im eigenen Ballbesitz ließ sich die Handschrift von Nico Willig erkennen: Der Trainer erlebte seine erste Saison an der Seitenlinie und führte eine junge Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von 22,2 Jahren durch eine Spielzeit, in der der Marktwert des Kaders bei 17,93 Millionen Euro lag.
Auch einzelne Spieler haben die Saison geprägt. Nicolas Sessa wurde 72-mal gefoult und kam auf neun Tore sowie fünf Vorlagen. Noah Darvich brachte es auf zehn Treffer und fünf Assists und wurde als Newcomer der Saison ausgezeichnet. Tim Köhler erreichte mit 92,6 Prozent eine Passquote, die in der Liga nur von drei Spielern übertroffen wurde. Auf der anderen Seite steht Samuele Di Benedetto, der 44 Mal abschloss, ohne zu treffen, und den VfB im Sommer ablösefrei verlässt.
Für das Duell mit Osnabrück spricht zudem die Heimform. Stuttgart II holte alle 17 Punkte der zweiten Saisonhälfte in der WIRmachenDRUCK Arena in Großaspach und blieb in den letzten fünf Heimspielen ungeschlagen, mit drei Siegen und zwei Remis. Gleichzeitig fiel die Mannschaft nach der Winterpause deutlich ab und landete in der Rückrundentabelle nur auf Platz 17. Genau dieser Bruch macht das Spiel gegen Osnabrück interessant: Nach stabilem Start steht die Frage im Raum, ob Stuttgart II die gute Gesamtbilanz noch einmal in einen starken Schlussspurt übersetzen kann.
Ein Sieg würde sofort Gewicht haben. Für Stuttgart II wäre es die beste 3. Liga-Saison seit 14 Jahren. Außerdem wäre es der zehnte Heimsieg und damit der Ausgleich des Vereinsrekords aus dem Vorjahr. Für Osnabrück ist das die letzte Auswärtsstation einer Saison, für Stuttgart II die Chance, eine junge und talentierte Runde mit einem Ergebnis abzuschließen, das den Endstand nicht nur bestätigt, sondern aufwertet.
