Lesen: Das Erste um Udo Lindenberg: Neue Kritik an „Nina“ vor seinem 80. Geburtstag

Das Erste um Udo Lindenberg: Neue Kritik an „Nina“ vor seinem 80. Geburtstag

Veröffentlicht
2 Min. Lesezeit
Anzeige

Vor seinem 80. Geburtstag am 17. Mai erlebt eine neue Debatte um „Nina“. Der Song aus dem Jahr 1976, in dem ein erwachsener Mann über ein 14-jähriges Mädchen singt, wird in dieser Woche erneut kritisiert.

Der Fall trifft Lindenberg ausgerechnet an einem Punkt, an dem sein Rang in der deutschen Rockmusik unstrittig ist. Mit Liedern wie „“ und Figuren wie „Oberindianer Honey“ hat er die deutschsprachige Rockmusik geprägt, und gerade deshalb fällt der Blick auf alte Texte bei ihm besonders hart aus. Die neue Aufregung dreht sich nicht nur um einen einzelnen Song, sondern um die Frage, wie weit man heutige Maßstäbe auf Werke von früher anwenden soll.

„Nina“ enthält Zeilen, die heute verstörend wirken können. Doch der Artikel macht auch klar, dass sie schon 1976 verstörend waren. Damit steht nicht nur eine spätere Sensibilität im Raum, sondern ein Problem, das von Anfang an sichtbar war. Es ist einer der vielen Kommentare, die zeigen, dass die Auseinandersetzung mit dem Lied längst nicht mehr nur musikalisch geführt wird.

- Advertisement -

Der Streit passt in eine breitere Debatte über Kunst, Zeitgeist und moralische Grenzen. Der Text verweist dabei auf ähnliche Beispiele aus der Rock- und Kulturgeschichte: sang einst „Sweet Sixteen“, bei den Rolling Stones, und gibt es ebenfalls Werke, die aus heutiger Sicht kritisch gelesen werden können. Auch David Hamiltons weichgezeichnete Bilder halbnackter Teenager in Kunstkalendern für deutsche Wohnzimmer und frühere verstörende pädophile Strömungen und Arbeitsgruppen bei den frühen Grünen werden als Teil dieser historischen Rückschau genannt.

Genau dort liegt die Spannung dieses Falls. Wer Lindenbergs Werk verteidigt, verweist auf seinen prägenden Platz in der deutschen Popgeschichte; wer ihn kritisiert, sieht in „Nina“ ein Lied, das nie unproblematisch war. Die Diskussion entscheidet damit nicht über seinen Stellenwert, aber sie verschiebt den Ton, in dem über ihn gesprochen wird. Für Lindenberg ist das die eigentlich heikle Nachricht vor seinem runden Geburtstag: Seine Karriere wird nicht neu erfunden, aber ein zentrales Stück ihres alten Ruhms wird neu vermessen.

Anzeige
Diesen Artikel teilen