Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli gingen am Samstag mit jeweils 26 Punkten in den letzten Spieltag und kämpften direkt gegeneinander um Platz 16. Um 15.30 Uhr spielte Wolfsburg bei St. Pauli, während Heidenheim zeitgleich zu Hause gegen 1. FSV Mainz 05 antrat.
Für Wolfsburg hing alles an diesem Nachmittag an zwei Ergebnissen. Ein Sieg in Hamburg hätte den Klub auf Rang 16 gehalten, solange Heidenheim den drei Tore schlechteren Torabstand nicht noch aufholte. Ein Remis hätte ebenfalls gereicht, wenn Heidenheim Mainz nicht schlug. Eine Niederlage in St. Pauli bedeutete dagegen den direkten Abstieg.
Heidenheim hatte den klarsten Weg in die Relegation: ein Sieg gegen Mainz, dazu durften St. Pauli und Wolfsburg nicht beide gewinnen. Selbst ein Erfolg reichte aber nicht in jedem Fall. Nur wenn St. Pauli Wolfsburg nicht mit mehr Toren besiegte, als Heidenheim gegen Mainz aufholte, sprang Platz 16 heraus. Bei jedem Unentschieden oder jeder Niederlage war der Klub abgestiegen.
St. Pauli wiederum musste Wolfsburg schlagen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Heidenheim Mainz nicht bezwang. Auch ein Heidenheimer Sieg mit weniger Toren als dem St.-Pauli-Erfolg hätte den Hamburgern genügt. Es war eine Konstellation, die es so in dieser Form noch nie gegeben hatte: drei Teams, punktgleich, mit offenen Rechnungen bis zum letzten Anpfiff.
Der Streit um den Relegationsplatz bekam noch eine zweite Ebene. Nach Heidenheims 3:1-Sieg in Köln zog der Klub nach Punkten mit St. Pauli und Wolfsburg gleich. Wären Wolfsburg und Heidenheim am Ende weiter punktgleich geblieben, hätte der DFL-Modus mit sechs Kriterien gegriffen. In dem Beispiel wären Torverhältnis und Tore geschossen identisch gewesen. Dann hätte der direkte Vergleich entschieden. Dort läge Wolfsburg vorn, weil der Klub auswärts 3:1 gewonnen und zu Hause 1:1 gespielt hatte.
Selbst ein Rechenspiel zeigt, wie eng es wurde. Ein 3:2-Sieg von Wolfsburg in St. Pauli und ein 4:0 von Heidenheim gegen Mainz hätten beide Teams bei 29 Punkten, 45 Toren und 70 Gegentoren landen lassen. Dann wäre alles wieder an den direkten Duellen aufgehängt worden. Genau das machte den letzten Spieltag zu einem historischen Thriller.
Hinter all dem stand nicht nur die Frage nach Abstieg oder Relegation, sondern auch Geld. Der letzte Spieltag entschied über sportliche Zukunft und über einen Platz, der im Bundesliga-Keller am Ende den Unterschied zwischen Hoffnung und Absturz ausmacht. Für Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli war dieser Samstag deshalb mehr als nur bundesliga heute live: Es war der Tag, an dem jede Szene die Tabelle neu sortieren konnte.

