Bartosz Grzelak glaubt vor dem Auswärtsspiel von Cracovia bei Motor Lublin nicht an Wundermittel, sondern an ein erstes Tor. Der Trainer sagte vor der Partie am Samstag um 14.45 Uhr, dass seine Mannschaft ohne Treffer nicht gewinnen werde und dass ein früher Führungstreffer vieles leichter machen könne. Cracovia braucht im Kampf gegen den Abstieg genau diesen Schritt.
Grzelak, der Cracovia in drei Spielen betreut hat, holte mit seinem Team aus drei Unentschieden drei Punkte. Vor dem Gastspiel in Lublin lag der Klub zwei Punkte über der Abstiegszone. Ein Sieg würde den Verbleib in der Ekstraklasa sichern, eine Niederlage würde die Lage vor der letzten Runde wieder nervös machen. Für Cracovia geht es damit an diesem Wochenende nicht um Schönheit, sondern um einen sehr konkreten Ausweg aus einer brenzligen Saison.
Der Trainer widersprach zugleich der Vorstellung, ein Psychologe könne mit einem Gespräch alles lösen. Einige Spieler hätten aus seiner Sicht eine mentale Blockade, sagte er, aber das sei im Sport nichts Neues und lasse sich nicht mit einem einzigen Griff beheben. Entscheidend sei vielmehr, den ersten Schritt zu machen. Genau darin sieht Grzelak den Schlüssel vor Motor Lublin: Wenn Cracovia zuerst trifft, könne es für die Mannschaft besser laufen, weil dann auch der Glaube zurückkomme.
Auf dem Platz will sich Cracovia vor allem auf Karol Czubak konzentrieren. Grzelak hob hervor, dass der Angreifer während der gesamten Saison in guter Form sei und in der eigenen Strafzone nicht zu viele Ballkontakte bekommen dürfe. Von einer echten „Anti-Czubak“-Taktik wollte er zwar nicht sprechen, doch die Botschaft ist klar: Motor soll seinen gefährlichsten Mann nicht ins Spiel kommen lassen. Das ist umso wichtiger, weil Cracovia in den jüngsten Spielen defensiv stabiler wirkte, auch wenn Grzelak offen einräumte, dass es weiterhin Dinge gebe, die besser laufen könnten.
Gerade diese Mischung aus vorsichtigem Fortschritt und hartnäckiger Unsicherheit macht den Nachmittag in Lublin so schwer einzuordnen. Cracovia hat unter Grzelak noch nicht gewonnen, aber das Team ist auch nicht eingebrochen. Jetzt steht der Klub an einem Punkt, an dem ein einziges Spiel die Stimmung für den Saisonabschluss drehen kann. Für Grzelak ist die Rechnung einfach: Erst das Tor, dann die Ruhe. Bleibt es aus, wird die Angst vor dem letzten Spieltag bleiben.
