Rot-Weiss Essen hat am letzten Spieltag der 3. Liga mit dem ersten Angriff gegen den SSV Ulm getroffen und sich damit vorübergehend den Platz in der Aufstiegsrelegation gesichert. Der frühe Treffer setzte sofort Druck auf den direkten Rivalen MSV Duisburg, der in einer anderen Partie um dieselbe Chance kämpfte.
Essen war vor dem Anpfiff punktgleich mit Duisburg, lag aber um sechs Tore zurück. Genau deshalb hatte das Tor in Ulm Gewicht weit über das eigene Spiel hinaus: Es brachte Essen im Live-Rennen kurz nach vorn und hielt die Hoffnung auf den Aufstieg am Leben, obwohl die eigene Tordifferenz weiter ein schweres Hindernis blieb. Zugleich standen Energie Cottbus, MSV Duisburg, Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock an diesem Tag noch mit einer Chance auf den Sprung in die 2. Bundesliga da, während VfL Osnabrück bereits durch war.
Der Spieltag begann um 13.30 Uhr mit einem engen Szenario, das sich in kurzen Abständen verschob. Um 12.59 Uhr hieß es im Liveticker, Cottbus, Duisburg, Essen und Rostock hätten noch alle die Möglichkeit zum Aufstieg, mit Energie Cottbus als Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung. Um 13.05 Uhr sammelten sich die Duisburger Fans bereits und erwarteten eine mögliche Feier, dazu sollte die Mannschaft mit einer großen Choreografie empfangen werden. Um 13.09 Uhr war die Rechnung für den MSV klar: Mit einem Sieg war Platz drei und damit die Relegation so gut wie sicher, die direkte Rückkehr hing aber auch von den Ergebnissen anderswo ab.
Für Energie Cottbus ging es um mehr als nur einen guten Abschluss. Um 13.19 Uhr wurde festgehalten, dass das Team seine zweite Promotion in die 2. Bundesliga nach 1997 anstrebe und mit einem Sieg in Regensburg nach zwölf Jahren wieder zweitklassig werden könne. Als die Spiele liefen, bekam die Partie in Regensburg früh ihre erste Szene mit Gewicht: Um 13.49 Uhr setzte Axel Borgmann nach einer Ecke per Volley an und traf die Latte. Auf der anderen Seite war in Duisburg zunächst kein unmittelbarer Reaktionsschub auf das Essener Tor in Ulm zu spüren, wie Tobias Nordmann aus Duisburg berichtete.
Das machte die Lage an diesem Nachmittag so fragil. Essen führte in Ulm, Duisburg musste das eigene Spiel gewinnen und zugleich auf die Tordifferenz schauen, weil zwischen beiden Klubs vor dem Tag sechs Tore lagen. Cottbus hätte mit einem Sieg in Regensburg die Rückkehr in die 2. Bundesliga nach zwölf Jahren perfekt machen können, während Duisburg bei einem Patzer der Lausitzer selbst direkt aufsteigen würde. Endet Cottbus nur remis, braucht der MSV voraussichtlich einen Sieg mit mindestens vier Toren, um noch direkt hochzugehen. Wenn beide am Ende punkt- und torgleich wären, läge Duisburg wegen der Auswärtstore im direkten Vergleich vorn.
Um 13.53 Uhr hatte sich Duisburg nach den ersten 20 Minuten beruhigt, die Partie bekam mehr Tempo. Für den Moment aber schrieb der Nachmittag vor allem eines: Jede Minute konnte in einem anderen Stadion die Rangfolge verändern, und Essen hatte mit seinem Blitzstart genau das getan, was ein Außenseiter an so einem letzten Spieltag braucht. Ob das am Ende für den großen Sprung reicht, entscheidet nicht ein einzelner Treffer, sondern die Summe aus drei Spielen, Toren und Nerven.
