Lesen: Tucker Carlson und Trump: Vom Mar-a-Lago-Jubel zur offenen Abrechnung

Tucker Carlson und Trump: Vom Mar-a-Lago-Jubel zur offenen Abrechnung

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Am Abend des 5. November 2024 saß in Mar-a-Lago an einem kleinen Tisch und sendete drei Stunden lang live einen Podcast. Während er Flaschen von Fiji-Wasser nach und nach leerte, lief im Hintergrund ein Ölgemälde des jungen . , Robert F. Kennedy Jr. und mit seinem Sohn X kamen vorbei. Als das Ergebnis der Nacht feststand, sagte Carlson: „Das ist das großartigste Comeback, das ich je gesehen habe. Lasst uns feiern gehen.“

Es war eine Szene, die genau zeigte, wie eng beide Männer über Jahre miteinander verflochten waren. Der eine war wieder an der Schwelle zur Macht, der andere hatte sich nach seinem Rauswurf bei Fox als einflussreiche Stimme der -Bewegung neu erfunden. Der Quelle zufolge half Carlson Trump dabei, erneut der mächtigste Mann der Welt zu werden; derselben Darstellung zufolge wurde er zu Trumps Rasputin und zu einem politischen Einflussfaktor, dessen Podcast als Sprachrohr von MAGA gilt. Auch Trumps Entscheidung für JD Vance als Vizepräsident wird in diesem Zusammenhang mit Carlsons Einfluss verbunden. Vance und Carlson sind Freunde.

Der Bruch kam an Ostermontag, dem 6. April 2026, in Carlsons Studio in einer umgebauten Garage in Maine. Dort las er Trumps Truth-Social-Beitrag vor, der den Iranern mit der Zerstörung ihrer Infrastruktur drohte und verlangte, die Straße von Hormus zu öffnen. Carlson hielt nicht zurück. „Was glauben Sie, wer Sie sind? Sie twittern am Ostermorgen das F-Wort. Wie können Sie es wagen, so zum Land zu sprechen?“, sagte er. Er nannte die Nachricht des Präsidenten „in jeder Hinsicht abscheulich“ und fügte hinzu: „Wir können das nicht unterstützen.“

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Die Worte markieren mehr als einen persönlichen Streit. Sie zeigen, wie rasch sich ein Bündnis lösen kann, wenn Loyalität auf Macht trifft und Macht sich neu sortiert. Am 5. November 2024 feierte Carlson noch Trumps Rückkehr mit ihm und seinem Umfeld. Am 6. April 2026 verurteilte er denselben Mann öffentlich für eine Botschaft, die in seiner Sicht jede Grenze überschritt. Damit endete nicht nur ein Abend am Rande von Mar-a-Lago, sondern eine politische Beziehung, von der beide Seiten jahrelang profitiert hatten.

Für Trump bedeutet das, dass ein langjähriger Verbündeter nun offen gegen ihn spricht. Für Carlson bedeutet es, dass seine Rolle als loyaler Verstärker der Bewegung an eine klare Grenze gestoßen ist. Die Trennung ist öffentlich, und sie ist scharf. Was sie für die nächsten politischen Entscheidungen im Trump-Lager bedeutet, wird sich nicht im Dunkeln, sondern vor laufenden Mikrofonen zeigen.

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