Die Camera Nazionale della Moda Italiana wird Pelz bei offiziellen Veranstaltungen der Mailand Fashion Week nicht mehr bewerben. Der Verband teilte am Donnerstag mit, dass er auch auf seinen Social-Media-Kanälen während der Fashion Week keine Pelzwerbung mehr zeigen werde.
Damit setzt CNMI auf neue „Guidelines on the Use of Fur During Milan Fashion Week“ und rückt die Mailand Fashion Week näher an eine pelzfreie Ausrichtung. Der Verband ist alleiniger Eigentümer der Marke Milano Fashion Week®.
Die Entscheidung fiel nach Gesprächen mit LAV, Humane World for Animals und Collective Fashion Justice. CNMI drängt Marken zugleich, ganz auf Pelz zu verzichten. Zugleich machte der Verband klar, dass Designer und Labels Pelz außerhalb der Mailand Fashion Week weiter in ihren Kollektionen verwenden dürfen. Ein Verbot für die Mode selbst gibt es also nicht.
Für Befürworter von Tierschutz in der Mode ist der Schritt trotzdem ein Einschnitt. Simone Pavesi sagte, die CNMI-Richtlinien trügen dazu bei, dass die Laufstege der Mailand Fashion Week pelzfrei werden. Emma Håkansson sprach von einem historischen Schritt für die italienische Modebranche weg von unethischem und nicht nachhaltigem Pelz und nannte es einen wichtigen Fortschritt, dass CNMI Pelz bei der Mailand Fashion Week nicht mehr aktiv bewerben werde.
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist brisant. Die Europäische Kommission hat ihre Antwort auf die European Citizens' Initiative für ein pelzfreies Europa noch immer nicht vorgelegt. In der Modewelt ist Mailand zudem nicht allein: New York und London haben bereits pelzfreie Regeln eingeführt, ebenso die Fashion Weeks in Copenhagen, Berlin, Stockholm, Amsterdam, Helsinki und Melbourne.
CNMI reiht sich damit in eine wachsende Gruppe von Modestädten ein, die Pelz aus ihren offiziellen Schaufenstern drängen, ohne ihn komplett aus den Kollektionen zu verbannen. Der Unterschied ist entscheidend: Die Bühne wird enger, das Geschäft dahinter bleibt vorerst offen.
