Hayden Panettiere, 36, sagt, sie habe immer Mutter werden wollen. Doch nach der Geburt ihrer Tochter Kaya habe sie sofort gespürt, dass etwas nicht stimmte. „Ich bekam meine Tochter und ich wusste, etwas stimmt nicht. Es war schrecklich“, sagte die Schauspielerin im Jay Shetty Podcast am 13. Mai 2026. Sie beschrieb die Zeit danach als einen Zustand aus Dauerstress, Angst und dem Gefühl, keine echte Bindung zu ihrem Kind aufbauen zu können.
Panettiere sagte, sie habe sich selbst gezwungen, weiterzufunktionieren, obwohl sie innerlich immer weiter abrutschte. Alkohol sei für kurze Zeit wie eine Flucht gewesen, habe die Lage aber verschlimmert. „Man hat kurz die Illusion, dass er hilft, aber eigentlich geht das nach hinten los“, sagte sie. Erst nach etwa vier Monaten wandte sie sich an Wladimir Klitschko und bat um Hilfe. Die beiden verbindet nicht nur ihre gemeinsame Tochter; Kaya lebt bei ihrem Vater.
Die Erinnerungen, die Panettiere schilderte, sind auch ein Spiegel dafür, wie lange sie mit dem Problem allein blieb. Sie sagte, sie habe Menschen mit postpartaler Depression nicht gekannt, darüber sei nicht gesprochen worden, und die Stigmatisierung habe sie zusätzlich isoliert. „Es herrscht viel Stigma rund um postpartale Depression, viele Missverständnisse“, sagte sie. Statt das eigentliche Problem zu erkennen, sei sie wegen Alkoholproblemen behandelt worden. „Ich habe mich so gefühlt, als sei mir nicht zu helfen“, sagte sie über diese Phase.
Panettiere war längst selbst ein öffentlicher Name, bevor sie über ihre Krise sprach. Als Kinder- und Teenagerstar bekannt geworden, gewann sie später zwei Golden Globes für ihre Rolle in Nashville. Doch wie bei vielen Jahren ihres Lebens spielte auch hier die Öffentlichkeit eine Rolle: Ihre Geschichte war oft von Schlagzeilen und Spekulationen geprägt. Nun erzählt sie ihre eigene Version — und macht deutlich, dass die Außenwahrnehmung mit der inneren Realität kaum etwas zu tun hatte.
Nach etwa zehn Monaten eigener Recherche verstand Panettiere nach eigenen Angaben, womit sie es wirklich zu tun hatte: postpartale Depression. Vorher habe sie gedacht, sie werde wohl für den Rest ihres Lebens depressiv sein. Sie sagte, sie habe ein gesundes Kind gehabt und sich trotzdem erschöpft gefühlt, während nichts geholfen habe. Für sie sei das einer der härtesten Widersprüche gewesen: Dankbarkeit und Verzweiflung zugleich. Genau darin liegt auch die Wucht ihrer Schilderung. Sie spricht nicht über ein abgeschlossenes Kapitel, sondern über eine Diagnose, die sie zu spät erkannte und die ihr Leben und das ihrer Tochter prägt. Kaya lebt bei Wladimir Klitschko, und Panettieres öffentliches Bekenntnis rückt nun erneut die Frage in den Mittelpunkt, wie spät Hilfe oft kommt, wenn Scham und Unwissen den ersten Schritt blockieren.

