Lesen: Ola Källenius hält Einstieg von Mercedes-Benz ins Rüstungsgeschäft für denkbar

Ola Källenius hält Einstieg von Mercedes-Benz ins Rüstungsgeschäft für denkbar

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prüft einen Einstieg in die Rüstungsproduktion, und Vorstandschef stellt dafür eine klare Bedingung: Der Schritt müsse sich wirtschaftlich rechnen. Sollte der Autobauer in diesem Bereich eine positive Rolle spielen können, sei das Unternehmen dazu bereit, sagte Källenius in einem Medieninterview.

„Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss“, sagte Källenius. Zugleich betonte er, ein solches Geschäft würde bei Mercedes-Benz nur einen kleinen Teil im Vergleich zur Autoproduktion ausmachen, könne aber als wachsende Nische einen Beitrag zum Ergebnis leisten. Eine offizielle Stellungnahme des Konzerns lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.

Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der die deutsche Autoindustrie unter Druck steht. Fortdauernde Zolldrohungen aus den Vereinigten Staaten, die Konkurrenz aus China und die schwache Nachfrage in Europa setzen Hersteller unter Zugzwang. In den vergangenen Monaten haben sich mit Ausnahme von BMW alle großen Autobauer auf Stellenabbau an deutschen Standorten festgelegt. Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Geschäftsmodelle für die Konzerne an Gewicht, selbst wenn sie bislang außerhalb ihres Kerngeschäfts liegen.

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Mercedes-Benz ist mit der Überlegung nicht allein. hatte ähnliche Pläne bereits öffentlich gemacht. Konzernchef sagte, Volkswagen werde später im Jahr 2025 entscheiden, ob am Standort Osnabrück militärische Transportfahrzeuge für die Verteidigungsindustrie gebaut werden sollen. Im April hatte Blume klargestellt, Volkswagen werde keine Waffen oder Panzer produzieren. Der mögliche Einstieg der Autohersteller in Randbereiche der Verteidigung zeigt, wie sehr die Industrie nach neuen Einnahmequellen sucht.

Die Dynamik wird auch von der Lage am Rüstungsmarkt getragen. Nach einem neuen -Bericht steigerten die 100 größten Waffenhersteller der Welt ihre Gesamtumsätze im Jahr 2024 auf einen neuen Rekord. erwartet für dieses Jahr ein Umsatzplus von bis zu 45 Prozent. Das Unternehmen teilte zudem mit, dass sich 2024 in Deutschland rund 250.000 Menschen dort beworben hätten, während der Konzern derzeit 44.000 Beschäftigte zählt.

Für Mercedes-Benz bleibt der Schritt dennoch vorerst eine Abwägung zwischen industriepolitischer Gelegenheit und ökonomischer Vernunft. Källenius machte deutlich, dass der Konzern nur dann näher an die Verteidigungsbranche heranrücken will, wenn daraus ein tragfähiges Geschäft wird. Genau das macht aus einer bloßen Idee eine ernsthafte Option.

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