Adele Neuhauser wechselt von der vertrauten Ermittlerrolle in eine schwarze Komödie: In „Mama ist die Best(i)e“ spielt die 67-Jährige Gloria Almeda, die nach zehn Jahren Haft wegen des Mordes an ihrem Ehemann entlassen wird und nun den wahren Täter finden will. Der zweiteilige Film ist ab 10.05. in der ZDF-Mediathek abrufbar und läuft am 18.05. um 20.15 Uhr und 22.15 Uhr im Fernsehen.
„Es ist mir eine große Freude, die Perspektive zu wechseln“, sagte Neuhauser über den Rollenwechsel. „Denn das war und ist für mich der Motor, warum ich überhaupt Schauspielerin geworden bin.“ Für die Schauspielerin, die seit rund 15 Jahren einen „Tatort“-Kommissar spielt, ist der neue Part auch deshalb reizvoll, weil er sie aus dem gewohnten Ermittlerinnen-Rahmen löst und eine Figur in den Mittelpunkt rückt, die erst einmal gegen ihr eigenes Image ankommen muss.
Gloria Almeda ist dabei keine einfache Heldin. Neuhauser beschrieb sie als „eine Bestie, die sich nach ihrer Freilassung bemüht, eine Beste zu werden“. Der Satz spielt auf den Titel an, der mit „Best(i)e“ und „Besties“ zugleich mit dem Wort und mit Freundschaft arbeitet. Laut Neuhauser sei das aber kein Zustand, sondern ein Weg: „Doch es ist ein Prozess – schließlich ist sie den Justizvollzugsbeamtinnen zum Zeitpunkt ihrer Haftentlassung näher als ihren eigenen Kindern.“
Das Drehbuch stammt von Uli Brée, der auch Neuhausers „Tatort“-Figur Bibi Fellner mitentwickelt hat. Diese Verbindung schiebt das Projekt nah an ihr bekanntes Krimi-Universum heran, auch wenn die Tonlage eine andere ist. In der Geschichte findet Gloria nach eigenen Worten neue Freunde im Gefängnis, und genau dort beginnt der Bruch mit dem alten Leben, den der Film über zwei Teile hinweg ausspielt.
Für das Publikum ist das mehr als nur ein weiterer Termin im Fernsehkalender. Mit der Veröffentlichung in der Mediathek am 10.05. und der Ausstrahlung am 18.05. setzt ZDF auf eine prominente Hauptdarstellerin, die seit Jahren vor allem mit einer harten Ermittlerin verbunden ist, nun aber eine Figur spielt, die zwischen Schuld, Wut und Neuanfang steckt. Neuhausers knappe Antwort auf die Anspielung des Titels fasst den Ton des Projekts dabei selbst zusammen: „Stimmt.“
