Leonardo DiCaprio hat nicht nur einen Oscar gewonnen, sondern auch eine Spur von beinahe vergessenen Niederlagen hinterlassen. 2015 holte er für seine Hauptrolle in The Revenant endlich seine erste Academy-Award-Trophäe, nachdem er zuvor viermal leer ausgegangen war.
Seine erste Nominierung kam mit 20 Jahren für Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa als bester Nebendarsteller. Später folgten Nominierungen für Aviator, Blood Diamond und The Wolf of Wall Street als bester Hauptdarsteller. Insgesamt steht DiCaprio bei acht Oscar-Nominierungen.
Das macht ihn zu einem der bekanntesten Fälle eines Stars, der bei der Academy immer wieder knapp vorbeischrammte, ohne an Wirkung zu verlieren. Zugleich zeigt sich ein zweiter, seltenerer Befund: In Filmen mit DiCaprio gewannen drei große Regisseure ihren ersten Oscar. James Cameron nahm den ersten Academy Award seiner Karriere mit Titanic mit nach Hause, nachdem er DiCaprio für die männliche Hauptrolle besetzt hatte.
Auch Martin Scorsese verbuchte mit Departed - Unter Feinden seinen ersten Academy Award, in einem Film, in dem DiCaprio mitspielte. Dasselbe Muster wiederholte sich in diesem Jahr mit Paul Thomas Anderson, der mit One Battle After Another seinen ersten Oscar gewann. Der gemeinsame Nenner ist kein Zufall der Statistik, sondern ein Hinweis darauf, wie oft DiCaprio in Filmen auftaucht, die am Ende mehr für ihre Macher bedeuten als für ihn selbst.
Gerade darin liegt die besondere Schärfe seiner Karriere: DiCaprio ist längst ein verlässlicher Oscar-Magnet, aber nicht immer der Mann, der am Ende auf der Bühne steht. Mit acht Nominierungen und nur einem Sieg bleibt er einer der prominentesten Darsteller, die für die Academy oft unverzichtbar wirken und doch häufig knapp an der eigenen Auszeichnung vorbeikamen.

