Reinhard Kaldeich hat Wigald Boning und Bernhard Hoëcker am Dienstag in Herscheid mit einem sehr speziellen Geschenk überrascht: Der Schubkarren-Fan aus Werdohl kam in die Gemeinschaftshalle, eilte aus der zweiten Reihe auf die Bühne und überreichte den beiden Künstlern drei seiner Mini-Schubkarren.
Der Moment kam während des Improvisationsabends, bei dem das Publikum Fragen an die beiden stellen konnte. Als eine Karte mit der Frage nach einem Bild mit Schubkarre vorgelesen wurde, sagte Hoëcker sofort zu — unter der Bedingung, dass die Person eine Schubkarre dabeihaben müsse. Kaldeich hatte genau darauf gewartet. Er hatte selbst eine der eingereichten Fragen ausgefüllt und nutzte die Gelegenheit, um die Bühne zu erreichen. Für ihn war das kein Zufall, sondern die Fortsetzung einer Leidenschaft, die in der Region längst ihren eigenen Ruf hat.
In Kleinhammer hatte Kaldeich das Internationale Schubkarrentreffen als Teil des Dorffestes ins Leben gerufen. Dafür bestellte er 160 Spielzeug-Schubkarren im Miniaturformat und gab sie nur unter einer Bedingung weiter: Wer eine bekam, sollte sie mit in den Urlaub nehmen und fotografieren. Bis Mitte März hatte er auf diese Weise mehr als 4000 Schubkarren-Bilder gesammelt. Die Fotos zeigte er in einer Ausstellung im Foyer der Ehrenamtsbegegnungsstätte über der Turnhalle in Eveking.
„Wenn ich in Rente gehe, dann mache nur noch das, was mir Spaß macht“, sagte Kaldeich über sein Projekt, und genau so wirkt sein Schubkarren-Kult auch: unbeirrbar, spielerisch und mit erstaunlicher Ausdauer. Dass das Thema inzwischen Kultstatus hat, liegt auch an dem jährlichen Wettbewerb um die drei kreativsten Karren. Kaldeich hat sein Hobby längst über eine Sammelleidenschaft hinaus erweitert und denkt sogar darüber nach, auch „hohe Herren“ aus der Politik in sein Fotoprojekt einzubinden.
Boning und Hoëcker dankten dem Publikum am Ende ihres Auftritts für die vielen Fragen. Dass der Abend ihnen in Erinnerung bleiben werde, machten sie selbst zum Schluss deutlich: Die Zuschauer hätten ihnen, in der Person von Reinhard Kaldeich, sogar Geschenke mitgebracht. Für Kaldeich war der Auftritt damit mehr als nur ein netter Scherz am Rand einer Show. Er zeigte, wie weit sein Schubkarrenprojekt inzwischen reicht — bis auf die Bühne eines Abends, an dem ein Publikum nicht nur lachte, sondern mitmachte.
