Die Schulden der Gemeinden in Österreich sind weiter gestiegen, und Niederösterreich steht mitten in dieser Entwicklung. 2025 machten die Verbindlichkeiten der Kommunen 5,3 Prozent des BIP aus, für 2026 rechnet das Finanzministerium bereits mit 5,6 Prozent. In Niederösterreich belastet das besonders St. Pölten: Die Landeshauptstadt hatte 2024 fast 170 Millionen Euro Schulden.
Damit liegt St. Pölten in absoluten Zahlen klar an der Spitze im Bundesland. Auf die kommenden fünf Jahre kommt dort ein kumulierter Finanzbedarf von etwa 213 Millionen Euro zu. Heuer sollen rund 11 Millionen Euro konsolidiert werden, doch der Abstand zur Größenordnung der Aufgabe bleibt groß. Wiener Neustadt kam 2024 auf 108 Millionen Euro Schulden, Amstetten auf rund 79 Millionen Euro. Das zeigt, wie stark die Finanzlage der größeren Städte im Land unter Druck steht.
Der Blick auf die Gesamtbilanz macht das Ausmaß noch deutlicher. Niederösterreich wies 2025 ein öffentliches Defizit von 642 Millionen Euro aus. Österreichweit reihen sich die Gemeinden in eine angespannte Budgetlage ein, in der der Bund für 2027 und 2028 insgesamt 5,1 Milliarden Euro konsolidieren will. Zugleich zeigten die Länder sehr unterschiedliche Zahlen: Wien kam 2025 auf eine Neuverschuldung von fast 2,4 Milliarden Euro, die Steiermark auf ein Minus von 727 Millionen Euro, Oberösterreich dagegen auf ein Budgetplus von 5 Millionen Euro.
Die eigentliche Schieflage zeigt sich aber nicht nur in den großen Städten, sondern auch in einzelnen Gemeinden mit ungewöhnlich hoher Pro-Kopf-Verschuldung. Rossatz-Arnsdorf steht mit mehr als 15 Millionen Euro Schulden und rund 14.200 Euro pro Einwohner besonders schlecht da. Der Schuldenberg dort hat sich seit 2019 mehr als verdreifacht. In den letzten Jahren wurden mehrere Millionen Euro für Hochwasserschutz-Maßnahmen aufgewendet. Breitenstein liegt bei rund 10.600 Euro pro Kopf, Schönbühel-Aggsbach bei 8.400 Euro, während Leopoldsdorf im Schnitt nur 15 Euro Schulden pro Einwohner hat.
Die Zahlen zeigen vor allem eines: Niederösterreichs Gemeindefinanzen stehen nicht vor einem einzelnen Problemjahr, sondern vor einer länger anhaltenden Belastung. Während St. Pölten um Millionen konsolidieren muss und kleinere Orte teils extrem hohe Pro-Kopf-Schulden tragen, wächst der Druck auf die Budgets weiter. Die Frage ist nicht, ob gespart werden muss, sondern ob die Gemeinden die nächsten Jahre ohne weitere finanzielle Bremsmanöver überhaupt durchhalten.
